Nicht mal ein Jahr da: E-Mopeds plötzlich aus Dresden verschwunden

Dresden - Kurzes Gastspiel: Vor nicht mal einem Jahr war der E-Moped-Anbieter "emmy" mit seinen grünen Rollern zum Ausleihen in Dresden an den Start gegangen, erhielt eine Sondernutzungserlaubnis für 36 Monate. Nun hat sich das Berliner Unternehmen jedoch still und heimlich zurückgezogen.

Verschwunden: Der Anbieter "emmy", der eine TAG24-Anfrage zunächst unbeantwortet ließ, hat die Mopeds seit Januar Stück für Stück aus der Stadt geschafft.
Verschwunden: Der Anbieter "emmy", der eine TAG24-Anfrage zunächst unbeantwortet ließ, hat die Mopeds seit Januar Stück für Stück aus der Stadt geschafft.  © privat

Mit 300 elektrischen Mopeds, die übers Stadtgebiet verteilt wurden, waren die Berliner ("Electric Mobility Concepts GmbH") im Mai 2024 gestartet.

Die Fahrzeuge (bis zu 45 km/h schnell) konnten über eine Smartphone-App ausgeliehen und im öffentlichen Straßenraum geparkt werden.

"Sharing-Angebote sind ein ganz wesentlicher Baustein für den Verkehr der Zukunft in Dresden", hatte Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) zum Start freudig mitgeteilt. Mit den E-Mopeds werde das Mobilitätsangebot "bunter und nachhaltiger".

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Nachdem der Anbieter anfangs noch "sehr zufrieden" mit dem Start gewesen war, folgte nur ein paar Monate später die Wende. "Leider wurde uns im Dezember von Emmy mitgeteilt, dass ein Weiterbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist", so ein Rathaussprecher.

Der Anbieter habe ab Januar Stück für Stück seine Fahrzeuge zurückgeholt. "Wir bedauern es sehr, dass kein langfristiger Betrieb zustande kam, wohl wissend, dass der Markt bei Sharing-Angeboten ein finanziell schwieriger ist."

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) freute sich vor gut einem Jahr über den Start der elektrischen Leih-Mopeds.
Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (45, Grüne) freute sich vor gut einem Jahr über den Start der elektrischen Leih-Mopeds.  © Thomas Türpe
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"emmy" nur noch in drei Städten vertreten

Der Berliner Anbieter nutzt E-Mopeds vom chinesischen Hersteller "niu".
Der Berliner Anbieter nutzt E-Mopeds vom chinesischen Hersteller "niu".  © imago/Sven Ellger

Schwarze Zahlen schrieb "emmy" tatsächlich nicht: 33 Cent kostete eine Fahrt pro Minute, hinzu kam eine Startgebühr von einem Euro. Die Tagesmiete betrug 35 Euro.

Akkuwechsel und Moped-Verteilung übernahmen Mitarbeiter, Helme und Handschuhe gab's für die Fahrer am Roller.

Auch aus anderen Städten wie Augsburg musste sich "emmy" zurückziehen, bietet laut Webseite aktuell nur noch in Berlin, Hamburg und München seine Mopeds an.

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Im Rathaus hofft man bereits auf einen Nachfolger. "Gerade im Hinblick auf die Finanzierungsschwierigkeiten im öffentlichen Nahverkehr werden auch eigenwirtschaftliche Systeme wichtig, die den Bürgern eine zusätzliche Mobilitätsoption bieten können", so der Stadtsprecher.

Titelfoto: Montage: privat, Thomas Türpe

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