Ebbe in der Elbe: Amerikaner mit Flusskreuzer in Dresden gestrandet
Dresden - Nicht nur Dresdens Brunnen fehlt Wasser. Auch in der Elbe ist nach tagelanger Trockenheit mal wieder Ebbe. Mickrige 62 Zentimeter Pegelstand zwingen die Weiße Flotte nun zur Absage von Fahrten. Noch schlimmer trifft es allerdings ein Flusskreuzfahrtschiff: Dutzende Amerikaner sind quasi in Dresden gestrandet.
Die Dampfschifffahrt ist das Pegel-Leid auf der Elbe bereits gewohnt. Im vergangenen Jahr fuhren Dampfer noch bei rekordverdächtigen Tiefständen von 45 Zentimetern von der Albertbrücke zum Blauen Wunder und zurück. Auch jetzt finden die Stadtrundfahrten statt, Pillnitz und Meißen werden noch angefahren.
Allerdings fallen die Fahrten von Dresden in die Sächsische Schweiz bis einschließlich Montag aus, wie ein Sprecher mitteilt. Flussabwärts kann auf der "Weinstraße" der Halt Diesbar nicht bedient werden.
Problematisch ist die Ebbe für das 110 Meter lange und 1300 Tonnen schwere Flusskreuzfahrtschiff "Viking Astrild" (49 Schlafkabinen), das eigentlich zwischen dem tschechischen Děčín und der Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt) verkehrt.
In Dresden wollte der moderne Kreuzer für zwei Nächte Halt machen, damit Gäste Ausflüge auch zur Bastei und nach Meißen unternehmen können.
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Kreuzfahrt wird zu Lande fortgeführt
Doch jetzt hängt der Riese schon seit einer Woche nahe der Albertbrücke fest, wie Kapitän Vaclav Ber (62) berichtet, der für die Reederei arbeitet. "Wir schätzen noch mindestens zwei bis drei Wochen."
Die 82 Passagiere, die meisten sind Amerikaner, steigen nun auf Busse um und setzen ihre Kreuzfahrt "zu Lande" fort. Eine Fahrt geht nach Wittenberg, wo das Schwesterschiff "Viking Beyla" ebenfalls gerade festhängt.
Dort werden die Passagiere der Schiffe getauscht, am Freitag sollten die Amis aus Wittenberg mit dem Bus nach Dresden gebracht werden und für zwei Nächte auf der "Viking Astrild" bleiben.
Bereits seit Langem bereitet das Niedrigwasser Probleme, sorgt für Zwangspausen. "Aber dieses Jahr ist das Schlimmste, weil wir schon so früh festhängen", bedauert Kapitän Ber, der die Kreuzer seit 14 Jahren über die Elbe steuert. Der nahende Niederschlag in Dresden nütze nichts.
"Wir hoffen jetzt auf großen Regen in Tschechien", sagt Ber. Doch der ist erst mal nicht in Sicht, am Montag werden niedrige 64 Zentimeter Elbpegel erwartet. Aber immerhin für Dresdens Fähren reicht das noch.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe (2)

