Hass-Kommentare und Morddrohungen gegen "Vegane Fleischerei" im Netz!

Dresden - Der Mit-Inhaber der "Veganen Fleischerei" in der Dresdner Neustadt, Nils Steiger (27), klagt über eine Vielzahl schlimmer Hass-Nachrichten bis hin zu Morddrohungen, die das Team des neu eröffneten Ladens in den sozialen Medien erfährt.

Vor allem durch die Bezeichnung als "Fleischerei" fühlen sich viele Menschen im Netz angegriffen. Manche gehen mit ihrer Kritik aber deutlich zu weit.
Vor allem durch die Bezeichnung als "Fleischerei" fühlen sich viele Menschen im Netz angegriffen. Manche gehen mit ihrer Kritik aber deutlich zu weit.  © Holm Helis

Die Hasskommentare seien dabei nicht nur aus Dresden oder Deutschland generell gekommen, erzählt Steiger gegenüber dem mdr.

Vielmehr sei das Inhaber-Team um Nils Steiger, Stephan Meyer-Götz (40), Daniel Quis (40) und Andreas Henning (32) auch die Zielscheibe für Hass aus den Niederlanden und der Schweiz geworden, so der 27-Jährige.

Das negative Feedback reiche dabei von Beschwerden über die verwirrende Bezeichnung "Fleischerei", bis hin zu Aufforderungen, sich selbst zu erhängen.

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Man habe damit gerechnet, dass sich manche Menschen von ihrer neuartigen Geschäftsidee angegriffen fühlen werden, jedoch nicht in diesem Ausmaß, erklärt Steiger im mdr.

Künftig wolle man weitere "strafrechtlich relevante" Bedrohungen anzeigen, die ihnen im Netz an den Kopf geworfen werden, so die Schlussfolgerung Steigers.

Lob und Zuspruch für die "Vegane Fleischerei" in der Überzahl

Das Team um die Laden-Betreiber Andreas Henning (32, l.), Nils Steiger (27, M.) und Stephan Meyer-Götz (40, r.) sorgte mit ihrer Neueröffnung für Furore.
Das Team um die Laden-Betreiber Andreas Henning (32, l.), Nils Steiger (27, M.) und Stephan Meyer-Götz (40, r.) sorgte mit ihrer Neueröffnung für Furore.  © Holm Helis

Neben dem Hass auf Facebook und Twitter, zeigt auch ein Blick in die Kommentarspalte auf Instagram, neben einem sehr großen Zuspruch für das Team, dass die Eröffnung ihres Marktes durchaus kontroverse Diskussionen nach sich zieht.

Während sich manche Nutzerinnen und Nutzer über die "irreführende" Namenswahl aufregen, gibt es dazwischen immer wieder beleidigende Aussagen, wie "Euren Dreck kann man nicht fressen", "Chemie-Bude" oder "Wenn ich Scheiße mit Chanel bestäube, bleibt es immer noch Scheiße".

Diese Kommentare sind jedoch klar in der Minderheit. Dass die Namenswahl dennoch Anlass zur Debatte gibt, zeigt eine Prüfung des Ladens durch die Lebensmittelüberwachung, infolge derer einige Produkte bereits umbenannt werden mussten, um sich klar von den fleischlichen Varianten abzugrenzen.

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Dass Erfolg auch immer Neid im Gepäck hat, ist bekanntlich nichts Neues. Und Erfolg hatte die "Vegane Fleischerei" seit ihrer Neueröffnung am 7. Januar definitiv.

Titelfoto: Holm Helis

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