Dresden - Tumulte, Kabale und Liebe: Seit anderthalb Jahren hat die "Huschhalle" einen neuen, streng geheimen Besitzer. Doch das Gesicht hinter der Bar ist ein vertrautes: Anja Rohde (42), Frau des Ex-Inhabers Falk Rohde (67), ist die neue Geschäftsführerin - und froh, dass der Spuk der gescheiterten Übernahmeversuche vorbei ist.
"Die Leute lieben ihre Huschhalle", sagt der neue Besitzer K. (50). Im Oktober 2024 hatte er den 1954 als Wartehalle erbauten Chantré-Tempel zwischen Tharandter Straße und Weißeritz übernommen. Noch hat er einen Arbeitgeber, der ihm verbietet, über den Erwerb zu sprechen. Wohl auch, weil seitdem einige Skandale dazukamen.
Der erste eingestellte Pächter, Anjas Schwager, "leider", ließ das Suff-Mekka verkommen, sagt sie. Der Polizeicomputer sei voll mit Beweisen.
"Dynamo-Daniel zum Beispiel haben 'se das Knie zertrümmert!" Dem Stammkunden wären "Ausländer" ins Knie gesprungen, obwohl er "gar nichts gemacht hatte". Ein zweiter Nachpächter, "ein Türke", baute einen Dönerimbiss ein - und mauserte die Huschhalle zum Drogenumschlagplatz.
"Der hat Jugendliche reingelassen, hier wurde gedealt. Abends hat man sich gar nicht mehr reingetraut", so Anja, die selbst seit Dekaden Stammkundin ist.
In der Huschhalle gehen die Straftaten zurück
Doch Geheim-Chef K. wollte sein zweites Zuhause nicht aufgeben, investierte 20.000 Euro für die Sanierung der Toiletten, auf denen 2017 ein Mann (†61) zu Tode geprügelt wurde. Weitere 10.000 flossen in eine Wand, die "der Türke" zuvor rausgerissen hatte. Seit "Sky" wieder läuft, kehrten Rentner und Arbeiter zurück.
"Viele denken, es würden nur Assis kommen. Aber von denen könnte man doch gar nicht leben!", so K. Natürlich brüllt mal einer, kippt mal ein Bier um und "hin und wieder wird sich ins Gesicht gefasst". Aber seit Anja übernahm, gingen die Straftaten zurück, wie die Polizei bestätigt.
Nun sei endlich alles wie früher, versprechen beide. 23 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Nur eine Sache ändert sich noch, wenn am Sonntag die Huschhallenhymne ab 14 Uhr dort neu aufgelegt wird.
Doch auch darüber hinaus gilt die alte: "Also komm, Mädchen, komm an die Huschhalle ..."