Neue Investorengruppe macht Millionenangebot fürs Lingnerschloss
Dresden - Wer kauft das Erbbaurecht und übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre? Der Kampf ums Lingnerschloss geht in eine heiße Phase. Am Dienstag soll eigentlich der Vertrag mit den Investoren Thomas Bohn (58) und Oliver Kreider (60) unterzeichnet werden. Zuletzt tauchten aber weitere Interessenten auf, darunter Schriftsteller Matthias Liebkopf (56) aus Berlin. Und am Montagnachmittag reichte auch noch ein neues Investoren-Bündnis um Carsten Dietmann (63) ein Kaufangebot ein.
Dietmann ist Ex-Geschäftsführer der DDV-Mediengruppe, zu der auch die Morgenpost gehört.
Der Dresdner ist auch Mitgesellschafter der Schloss-Gastronomie Lingnerterrassen, deren Betreiber bis Ende Juli ausziehen soll.
Zusammen mit neun Verbündeten, darunter Narrenhäusel-Bauinvestor Frank Wießner (52) und Eberhard Reißmann (83), der bis 2019 Vorstand des später in die Insolvenz gerutschten Fördervereins Lingnerschloss war, bietet die Gruppe 1,7 Millionen Euro.
Sie wolle "mit Vielfalt einen Missbrauch des Lingner-Testaments verhindern", teilte Dietmann mit, der für Spenden eine gemeinnützige GmbH gründen will.
Einnahmen sollen auch aus dem Gastro- und Veranstaltungsgeschäft kommen. Dabei solle das Lingnerschloss mit all seinen Räumen Dresdnern und Touristen zugänglich gemacht sowie Biergarten und Restaurant ganzjährig geöffnet werden. Ideen für Veranstaltungen, Kooperationen mit Vereinen, Kultur und Feiern gebe es viele, so Dietmann.
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Stadtrat muss Anfang September dem Verkauf des Erbbaurechtes zustimmen
"Wir müssen nur die Chance erhalten, das Schloss aus einer Hand zu denken und zu organisieren."
Laut eines Sprechers des Insolvenzverwalters Lucas Flöther (52) werde ein für Dienstag angesetzter Notartermin für die Unterzeichnung des Übertragungsvertrags mit den Investoren Bohn und Kreider dennoch stattfinden.
Das "indikative Angebot" Dietmanns erfordere weitere Prüfungen, bis ein Kaufvertrag verhandelt werden könne.
Die Verantwortung des Insolvenzverwalters gegenüber den Gläubigern verbiete es, diesen Prozess abzuwarten und den Notartermin zu verschieben.
Unabhängig davon muss der Stadtrat Anfang September dem Verkauf des Erbbaurechtes zustimmen.
Tut er das nicht, würde der Vergleich zwischen Stadt und Insolvenzverwaltung vor dem Oberlandesgericht scheitern und der juristische Streit weitergehen - laut OB Dirk Hilbert (54, FDP) mit "Ausgang offen".
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Sylvio Dittrich, Ove Landgraf

