Dresden - Mit Schließung des Interim-Parkplatzes am Hammerweg Ende April ist das Brummi-Problem an der frisch sanierten Stauffenbergallee und dem nahen Zollhof im Norden zurück. Nach hitziger Diskussion beschloss der Rat nun eine Lösung, die aber bestenfalls wieder vorübergehender Natur ist.
Rückblick: Weil Lkw-Fahrer auf ihre Zoll-Abfertigung teils übers Wochenende warten müssen, sind die Straßen verstopft. Außerdem fehlen Toiletten, was das Umfeld zu Dresdens größtem "Freiluft-Klo" macht.
Die Verwaltung hatte sich für einen Umzug des Zollhofs zum Elbepark eingesetzt, dafür aber keine Mehrheit im Rat gefunden.
Ein Bündnis von CDU, Team Zastrow und SPD schlug jetzt vor, SachsenEnergie ein Areal (zwei Flurstücke) nahe dem Hammerweg zu verkaufen, weil der Energieversorger dort perspektivisch ein Umspannwerk bauen möchte. Bis es ab 2030 so weit sein könnte, soll ein neuer Interimsparkplatz gebaut werden.
Doch das Areal ist nicht ideal. Es ist bewaldet, enthält Altlasten, ist eine Ausgleichsfläche (womit dann neue Ausgleichsflächen benötigt würden).
Zudem ist es nahe dem früheren "Judenlager Hellerberge", wo auch ein Gedenkort entstehen soll. Beginnt der Bau des Umspannwerkes, müsste der Parkplatz wieder weichen.
Trotz vieler Bedenken stimmten 40 Räte dafür, 27 dagegen. Kritiker nannten das eine "Scheinlösung" und "Fehlentscheidung".