Dresden - Nimmt der Streit über Dresdens öffentliche Toiletten ein Ende? Nach einem Hickhack über die Standorte beschloss der Stadtrat Anfang 2024 ein Toilettenkonzept. Jetzt geht es an die Umsetzung: Bis 2027 sollen 13 schicke, neue Klohäuschen Gäste und Bürger Dresdens erleichtern.
Die erste WC-Anlage ist seit Montag an der Ritterstraße (Ecke Hauptstraße) in der Neustadt in Betrieb, im Mai folgt laut Plan der nächste Standort am Albertplatz. Zwei Millionen Euro kostet die Errichtung aller geplanten Kabinen.
"Was den Leuten in der Innenstadt vor allem fehlt, sind Bänke, Bäume und Toiletten", weiß Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne). "Gerade für Familien oder Menschen mit Handicaps sind öffentliche Toiletten wichtig."
Die neuen Örtchen sind alle barrierefrei, kostenlos, massiv und mausgrau. Die Stadttochter Kommunale Immobilien Dresden GmbH (KID) übernimmt die Bewirtschaftung, rechnet dafür mit Kosten von 3000 Euro im Monat.
Bitterer Beigeschmack: Tatsächlich streicht Dresden manchen Klostandort.
Von 18 Toiletten, die früher von den Firmen Ströer und Wall betrieben wurden, werden bloß sieben (Pirnaischer Platz, Wallstraße, Prager Straße, Albertplatz, Ritterstraße, Trachenberger Platz, Sachsenplatz) durch Neubauten ersetzt.
Nur 13 statt 18 neue Toiletten: "Die Anzahl der Standorte reicht keinesfalls aus"
Dafür gibt es sechs neue Standorte (Wasaplatz, Amalie-Dietrich-Platz, Parkplatz Ammonstraße, Ullersdorfer Platz, Toeplerpark, Lennéstraße), wo trotz Bedarf bislang kein Klo stand.
"Die Anzahl der Standorte reicht keinesfalls aus", findet Stadtrat Mario Schmidt (51, CDU). Er ärgert sich auch über die lange Zeitschiene für die Umsetzung.
Eigentlich hätten die WCs schon 2025 stehen sollen, diese Frist hat die Verwaltung zwei Jahre nach hinten verschoben. Perspektivisch könnten immerhin weitere Toiletten ergänzt werden.
"Wir schreiben das Konzept fort. Ob weitere Standorte hinzukommen, hängt aber am Ende am Geld", sagt Bürgermeister Kühn.