Rettungsbeschluss fürs Luftbad Dölzschen: Stadtrat greift den Nackten unter die Arme

Dresden - Der Stadtrat diskutierte am Donnerstag über Dresdens Bäder-Misere. So ist unklar, ob und wie es mit dem Gorbitzer Elbamare und dem FKK-Luftbad Dölzschen im Westen weitergeht. Für Letzteres schufen die Räte nackte Tatsachen.

Linke-Fraktions-Chef André Schollbach (45)
Linke-Fraktions-Chef André Schollbach (45)  © Holm Helis

Tausende Dresdner hatten sich über Petitionen für den Erhalt der beliebten Bäder eingesetzt. Im März 2025 läuft der städtische Mietvertrag mit den Elbamare-Eigentümern aus, die Stadt verhandelt weiter hinter verschlossenen Türen über die Zukunft.

Das Luftbad Dölzschen (1870 eröffnet) muss für 3,2 Millionen Euro saniert werden (Schwimmbecken, Wasseraufbereitung, Technik), um wieder eine Betriebserlaubnis zu erlangen.

Da geplante Bundes-Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro wackeln, beantragten die Linken im Rat die Rettung des FKK-Bads (notfalls) mit städtischen Geldern zu sichern.

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"Warum kämpfen wir so für diese Bäder? Sie sind wichtig für Naherholung vor Ort. Für die Gesundheit, für Kinder, die dort schwimmen lernen können", sagte Fraktions-Chef André Schollbach (45, Linke).

Vor allem bei Freunden der Freikörperkultur beliebt: Das Luftbad Dölzschen gibt es schon seit 154 Jahren.
Vor allem bei Freunden der Freikörperkultur beliebt: Das Luftbad Dölzschen gibt es schon seit 154 Jahren.  © imago/C3 Pictures
Der Stadtrat schaffte gestern nackte Tatsachen.
Der Stadtrat schaffte gestern nackte Tatsachen.  © Holm Helis

Alle Fraktionen außer der FDP stimmen für die Rettung des Luftbades

Seit Eröffnung 1995 ist die Stadt Mieter des Erlebnisbad Elbamare in Gorbitz. Nach 30 Jahren läuft der Vertrag im März 2025 aus.
Seit Eröffnung 1995 ist die Stadt Mieter des Erlebnisbad Elbamare in Gorbitz. Nach 30 Jahren läuft der Vertrag im März 2025 aus.  © Steffen Füssel

CDU-Stadträtin Anke Wagner (41): "Das Luftbad ist ein Bad mit großer Tradition. Seit 1986 können sich FKK-Freunde dort entfalten."

SPD-Rätin Anne Holowenko (40): "Schwimmen ist kein Luxus." Es zu ermöglichen, sei eine Kernaufgabe der Stadt. Dresden verzeichne nach wie vor zu wenige Schwimmflächen.

Gegen die Linke schoss die FDP, sprach von einem "Schaufenster-Antrag ohne konkrete Lösungsvorschläge", so Holger Hase (47).

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Die Bäder seien nicht von Schließung bedroht. Er vertraue der Verwaltung unter dem zuständigen Sportbürgermeister Jan Donhauser (54, CDU).

Freie Wähler, Grüne und AfD bekannten sich klar zum Luftbad.

Am Ende stimmten alle Fraktionen mit Ausnahme der FDP für die Rettung des Luftbades auch ohne Fördergelder. Außerdem soll geprüft werden, ob das Bad bis zur Sanierung mit einer Ausnahmegenehmigung wieder öffnen kann.

Titelfoto: imago/C3 Pictures

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