Dresden - Sorge um Dresdens Denkmäler - nach der Forderung der Grünen, den Denkmalschutz zu stärken, schalten sich auch andere Parteien ein.
Bekannte Baudenkmäler wie die ehemalige Malzfabrik Niedersedlitz, die alte Pulvermühle in Coschütz oder auch Dresdens ältestes Postamt in der Neustadt sind vom Verfall bedroht (TAG24 berichtete).
"Der regelmäßige Verlust von Baudenkmälern ist nicht hinnehmbar. Mit jedem Denkmal verschwindet ein Stück unserer kulturellen Identität", sagt BSW-Fraktionschef Ralf Böhme (52).
Das Wort von Denkmalschutzbehörden müsse bei Bauprojekten mehr Gewicht haben. "Bedrohte Denkmäler müssen bundesweit zentral erfasst werden, um Beschädigungen oder gar Abrisse verhindern zu können."
Andererseits müssten die Behörden aber insbesondere bei zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden ihre teilweise extremen Detailvorgaben bei Sanierungen reduzieren - "Erhalt geht vor Detailtreue."
Holger Zastrow fordert pragmatische Lösungen
"Es braucht eine neue Partnerschaft mit Enthusiasten und privaten Partnern, die bereit sind, ins Risiko zu gehen. Es geht nicht darum, Denkmale nur als Ruine zu erhalten, sondern sie müssen wieder eine sinnvolle Nutzung finden", so Fraktionschef Holger Zastrow (56, Team Zastrow). "Investoren benötigen dazu schnelle Entscheidungen und pragmatische Lösungen statt jahrelanger Gängelei und Verhinderung."
Und wie ist die Verwaltung aufgestellt? Ob alle Stellen der unteren Denkmalschutzbehörde besetzt sind, konnte das Rathaus am Montag zunächst nicht sagen.