Über Jahrzehnte zugewuchert: Verwunschene Villa in Dresden soll zum Leben erweckt werden

Dresden - Jahrzehntelang lag sie im Dornröschenschlaf, hinter wucherndem Grün fast unsichtbar. Schon ab nächstem Jahr soll die Villa Akazienhof zu einem modernen Stadtteilhaus für Gruna werden - mit Räumen für Begegnung, Beratung, Ausstellungen und Veranstaltungen.

Auf einem 3500 Quadratmeter großen Gelände steht die Villa Akazienhof.
Auf einem 3500 Quadratmeter großen Gelände steht die Villa Akazienhof.  © Norbert Neumann

Das Bauprojekt startet im Mai 2026 und soll bis spätestens Juni 2028 abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei 3,95 Millionen Euro - 70 Prozent davon kommen aus EU-Fördermitteln.

"Die Förderung ist außergewöhnlich hoch. Wir müssen aber zügig handeln: Bis 2028 muss jeder Euro verbaut und abgerechnet sein", so Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).

Auf rund 450 Quadratmetern entstehen künftig multifunktionale Räume auf drei Etagen.

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Geplant sind ein Aufzug, ein zusätzliches Treppenhaus für den Brandschutz sowie moderne Haustechnik. Die Wärmeerzeugung soll später über eine Wärmepumpe laufen, auf dem Dach wird eine Solar-Anlage installiert.

Vereine engagieren sich bereits für die Villa.
Vereine engagieren sich bereits für die Villa.  © Norbert Neumann

Baubürgermeister Kühn will ein Stück Identität zurückgewinnen

Anja Lange (45) und Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) haben große Pläne.
Anja Lange (45) und Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) haben große Pläne.  © Norbert Neumann

"Man braucht ein bisschen Vorstellungsvermögen", sagt Anja Lange (45), stellvertretende Leiterin des Hochbauamtes. "Heute wirkt die Villa noch verwunschen, aber in ein paar Jahren könnte hier ein tolles Stadtteilzentrum entstehen."

Schon jetzt nutzen Initiativen wie der Verein "In Gruna leben" das Gelände für Treffen. Auch ein Stadtteilfest, die Grunaer Nachbarschaftstage, starten diesen Samstag.

Kühn betont: "Man ist hier Hunderte Male vorbeigefahren - und vielen ist das Haus gar nicht aufgefallen, weil es so zugewuchert war. Umso wichtiger ist es, dass wir mit diesem Projekt ein Stück Identität zurückgewinnen."

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Die Geschichte des Gebäudes reicht weit zurück: Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Baron Georg Otto Franz von Rosenberg die Villa als Landhaus errichten. Später nutzte die Fotopapier-Firma Mimosa AG das Anwesen, zu DDR-Zeiten war es Hort und Kindergarten.

Zu DDR-Zeiten wurde die Villa noch als Kindergarten genutzt.
Zu DDR-Zeiten wurde die Villa noch als Kindergarten genutzt.  © Petra Hornig

Seit 1992 steht das Gebäude leer. Mit der Sanierung der Villa wird nun ein Schlüsselprojekt für den Stadtteil umgesetzt. Parallel laufen weitere Vorhaben, etwa die Neugestaltung des Rothermundtparks.

Titelfoto: Norbert Neumann

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