Vor knapp sieben Monaten brannte es im Haus: Seitdem passiert nur wenig

Dresden - 26 Jahre lang lebte Familie Hönig in ihrer Wohnung in Strehlen, bis ein Feuer ihnen das Zuhause raubte. Im Notquartier warten sie sehnsüchtig auf die Sanierung ihres Heimes. Doch seit Monaten passiert kaum etwas.

"Es zermürbt einen": Bewohner Nordfried Hönig (67) hofft, dass die Sanierung endlich voran schreitet.
"Es zermürbt einen": Bewohner Nordfried Hönig (67) hofft, dass die Sanierung endlich voran schreitet.  © Petra Hornig

Vor knapp sieben Monaten hatte ein Schwelbrand im Kabelschacht die Bewohner nachts aus den Betten gerissen.

Die Feuerwehr musste zur Bekämpfung der Glutnester Wände und Zimmerdecken aufreißen.

"Fünf der elf Wohnungen sind seitdem nicht mehr nutzbar", sagt Bewohner Nordfried Hönig (67). Darunter auch die 120 Quadratmeter große Maisonette-Wohnung des früheren Morgenpost-Mitarbeiters, die er 1995 für seine Frau und die beiden Töchter gekauft hatte.

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Vom Zuhause der Familie ist bis auf nackte Wände nichts geblieben.

"Wir mussten Möbel, Küche, die gesamte Einrichtung ausquartieren, ein Lager anmieten." Zwar kam er mit seiner Frau zunächst in einer anderen möblierten Wohnung im Brandhaus unter, deren Bewohner selten da ist. Doch darin ist alles fremd, die Hönigs leben aus dem Koffer.

Der nächtliche Rettungseinsatz Anfang Mai riss die Bewohner aus den Betten.
Der nächtliche Rettungseinsatz Anfang Mai riss die Bewohner aus den Betten.  © Roland Halkasch
Starker Rauch: Um die Glutnester des Schwelbrands zu löschen, musste die Feuerwehr im Haus Wände aufreißen.
Starker Rauch: Um die Glutnester des Schwelbrands zu löschen, musste die Feuerwehr im Haus Wände aufreißen.  © Roland Halkasch

Bisher wurden im Strehlener Haus nur Brandmüll entsorgt und Dachbalken erneuert

Die Wohnung musste nach dem Brand komplett geräumt werden. Die Sanierung zieht sich in die Länge.
Die Wohnung musste nach dem Brand komplett geräumt werden. Die Sanierung zieht sich in die Länge.  © Petra Hornig

"Das Schlimmste ist, dass im Haus so gut wie nichts passiert", bedauert der Senior. Bislang seien nur Brandmüll entsorgt und Dachbalken erneuert worden.

"Wir wissen nicht mal, ob wir die Enkel zu Weihnachten einladen können", sagt Hönig mit Tränen in den Augen. "Man ist hilflos. Es zermürbt einen, macht krank."

Wegen der Belastung musste er bereits in eine Klinik. "Ich mache mir große Sorgen um die Gesundheit meines Mannes", sagt seine Frau Ludmilla (70).

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Die Hönigs und eine weitere ausquartierte Bewohnerin klagen zudem über unbefriedigende Auskunft der zuständigen Hausverwaltung Dr. Fuchs Immobilien & Hoff Immobilienbetreuungs-GmbH. Geschäftsführer André Pollak (44): "Wir informieren regelmäßig. Es tut mir für alle Beteiligten leid. Von der beauftragten Brandsanierungsfirma werden wir selbst immer wieder vertröstet."

Diese wiederum verweist auf eine "angespannte Lage auf dem Handwerkermarkt und langwierige Abstimmung mit Versicherungen." Man versuche, die Hönig-Wohnung bis Februar fertig zu sanieren.

Titelfoto: Petra Hornig

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