Zu wenige Kinder: Wie viele Kitas Dresden noch schließen will

Dresden - Niedrige Geburtenzahlen stellen Dresden vor Herausforderungen bei der Kita-Planung. Betreuungsplätze müssen abgebaut, Kitas geschlossen, womöglich Erzieher entlassen werden. Ein neuer Plan aus dem Rathaus will dem Dilemma begegnen.

Laut Plan sollen zunächst zwölf Kitas schließen, darunter die Kita Geisingstraße bis diesen Sommer.  © Norbert Neumann

Dieser Plan sieht vor: In den kommenden Jahren sollen rund 2500 Kita-Plätze wegfallen, bis zu 33 Kitas geschlossen werden. Aktuell gibt es ein Überangebot an Betreuungsplätzen, von 31.027 sind nur 25.269 belegt.

Der Bedarf soll laut Rathaus-Prognose in Zukunft weiter sinken, ab 2035 nur moderat wieder steigen. Ohne Eingriffe könne es ein Überangebot von bis zu 7500 Betreuungsplätzen geben.

Kita-Amtsleiterin Sabina Bibas (61): "Wir konnten uns mal schlecht vorstellen, dass wir mal über solche Kapazitätsreserven verfügen." Man könne nicht so tun, das bestehende Angebot, "koste es, was es wolle", behalten zu können.

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Ihr Amt schlägt einen Abbau in drei Stufen vor. In Stufe eins (läuft bereits) sollen zwölf, in Stufe zwei weitere "elf baulich verschlissene, städtische Kitas" dichtmachen.

Im Anschluss soll eine "Bewertungsmatrix" helfen, zu entscheiden, welche acht bis zehn Kitas noch geschlossen werden sollen.

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In Dresden besuchen die allermeisten Kinder unter sieben Jahren eine Kita.  © 123RF
Für Amtschefin Sabine Bibas (61) ist das Konzept ein guter Mittelweg.  © Ove Landgraf
Wird der Ausbau der Chipindustrie für wesentlich mehr Kinder in Dresden sorgen? Damit rechnet das Rathaus nicht.  © Steffen Füssel

Qualität soll hoch bleiben, aber die Realität erkannt werden

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (56, CDU) will nicht an Qualitätsstandards rütteln.  © Ove Landgraf

"In den Stadtbezirken, wo wir mit Blick auf 2040 ein Überangebot haben werden, werden wir diese Bewertungsmatrix drüberlaufen lassen", erklärt Bibas und betont: "Wir müssen einen Mittelweg finden und uns mit dem Stadtrat einigen: Wie viel behalten wir in der Struktur, mit welcher Qualität, wie können wir Ressourcen sichern?" Doch dafür brauche es die entsprechenden finanziellen Mittel.

Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (56, CDU): "Wir müssen natürlich den Realitäten in die Augen gucken, aber gleichzeitig wollen wir die Qualitätsstandards hochhalten."

Im Rathaus-Konzept ist ein Puffer für unvorhergesehene Bedarfe eingeplant, dass Dresden erneut in eine Unterversorgung an Betreuungsplätzen rutschen könnte, sei unwahrscheinlich.

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"Auch der Ausbau der Chipindustrie wird nicht sehr viele Kinder nach Dresden bringen", sagt Donhauser. Das letzte Wort hat der Stadtrat, im Sommer soll er über das Konzept entscheiden.

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