Scholz und von der Leyen kamen extra nach Dresden: Erster Spatenstich fürs 5-Milliarden-Werk von Infineon

Dresden - Der offizielle Start für den Bau des neuen Chipwerks von Infineon in Dresden ist vollzogen.

Erster Spatenstich mit Werkzeugen wie geleckt: Sachsens MP Michael Kretschmer (47, CDU, v.l.n.r.), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (64, CDU), Infineon-Vorstands-Chef Jochen Hanebeck (55), Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) und Dresdens OB Dirk Hilbert, (51, FDP).
Erster Spatenstich mit Werkzeugen wie geleckt: Sachsens MP Michael Kretschmer (47, CDU, v.l.n.r.), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (64, CDU), Infineon-Vorstands-Chef Jochen Hanebeck (55), Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) und Dresdens OB Dirk Hilbert, (51, FDP).  © Steffen Füssel

Während draußen zunächst noch große Bagger und Kipper rotierten, vollzogen drinnen die Großen aus Wirtschaft und Politik den Ersten Spatenstich - symbolisch und ganz ohne Erde, aber medienwirksam auf der Bühne.

Mehrere Milliarden Euro will der Halbleiterkonzern in die Erweiterung seines bestehenden Dresdner Werks stecken, ein Fünftel davon Subventionen. Da sind zum Auftakt hochrangige Gäste und eine perfekte Bühnenshow fast Pflicht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (64, CDU), klein und schmal - das Wuchtigste an ihr ist immer noch ihre Stimme, kam im zartrosa Blazer und nannte Dresden einen "digitalen Leuchtturm". Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) beschwor das neue Deutschland-Tempo: "Wir brauchen Halbleiter, Halbleiter, Halbleiter!"

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (47, CDU) sagte: "Europa ist zurück im Wettbewerb um die Zukunft."

Knapp 500 Gäste waren beim Spatenstich dabei

Betrieb auf der Baustelle: Die Bundesregierung hatte den vorzeitigen Vorhabenbeginn zugesichert.
Betrieb auf der Baustelle: Die Bundesregierung hatte den vorzeitigen Vorhabenbeginn zugesichert.  © Steffen Füssel

Tatsächlich soll das neue Werk auch dazu beitragen, Europa weniger abhängig zu machen von der Halbleiterproduktion in Asien. Für seine engagierte Rede erhielt Kretschmer vielleicht den längsten Applaus, Scholz dafür den lautesten.

Zu den knapp 500 Gästen zählten auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (51, FDP) und der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (47, SPD).

Wer nicht zur Prominenz zählte, musste einen Hintergrundcheck durch das BKA über sich ergehen lassen. Mitgebrachte Taschen und Rucksäcke wurden vor Eintritt in das eigens aufgestellte große Rundzelt von einem Sprengstoff-Suchhund beschnüffelt.

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Dafür gab's Schnittchen, eine "Cremige Burrata mit Ofenkürbis und Pesto Verde" zum Beispiel oder "Geräucherte Selleriesuppe mit Kartoffelknusper und Kräuteröl". Ein würdiger Auftakt.

Bundeskanzler Olaf Scholz lobte MP Kretschmer in seiner Rede dafür, bei der Windenergie "große Klötze" in Sachsen gelöst zu haben. Auch in Windrädern stecken Mikrochips.
Bundeskanzler Olaf Scholz lobte MP Kretschmer in seiner Rede dafür, bei der Windenergie "große Klötze" in Sachsen gelöst zu haben. Auch in Windrädern stecken Mikrochips.  © Steffen Füssel

"Smart Power": Das Großvorhaben in Zahlen

Michael Kretschmer und Ursula von der Leyen durften eine "Waffel" (engl. Wafer) mit nach Hause nehmen. Wafer sind die Basis für Mikrochips.
Michael Kretschmer und Ursula von der Leyen durften eine "Waffel" (engl. Wafer) mit nach Hause nehmen. Wafer sind die Basis für Mikrochips.  © Steffen Füssel

Die Zahlen und Fakten zur Smart Power Fab, dem neuen Werk von Infineon, können sich nicht nur sehen lassen - sie sind auch sehr beeindruckend.

Das Wichtigste für Dresden: Es entstehen 1000 neue Arbeitsplätze, 3250 sind es aktuell schon. Das Bemerkenswerteste aus Sicht von Infineon: 5 Milliarden Euro kostet das Werk - das gab's so noch nie in der Unternehmensgeschichte!

Los geht es mit dem Rohbau im Herbst, Betriebsstart ist dann im Herbst 2026. Schon heute fertigt Infineon Dresden über 400 verschiedene Produkte für Ladegeräte, Motorsteuerungen im Auto oder Rechenzentren oder für Windenergieanlagen.

Grundlage sind die sogenannten Wafer, auf denen Dutzende von Mikrochips Platz haben.

Titelfoto: Steffen Füssel

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