Sie standen kurz vor dem Aus: Wildvogel-Retter starten wieder durch

Dresden - Dresdens Wildvogelauffangstation pfiff aus dem letzten Loch. Wegen des Ausfalls langjähriger Mitarbeiter stand die Einrichtung in Kaditz vor dem Aus (TAG24 berichtete). Im letzten Moment fand der Betreiber eine neue Leiterin, die den Neuanfang stemmen soll.

Die gelernte Zootierpflegerin pflegt die Uhu-Wunden, wird dabei unterstützt von Timm Hölzel (24), der ehrenamtlich auf der Station mitarbeitet.
Die gelernte Zootierpflegerin pflegt die Uhu-Wunden, wird dabei unterstützt von Timm Hölzel (24), der ehrenamtlich auf der Station mitarbeitet.  © Steffen Füssel

Die Lage war kritisch: Im August hielten nur noch zwei Hilfskräfte im Freiwilligen Ökologischen Jahr ("Ökis") die Station am Laufen, kümmerten sich bis zur Erschöpfung und die verletzten Wildvögel. Fachkräfte waren ausgefallen, Leiterin Saskia Keller (36) erkrankt, auch Stationsgründer Steffen Keller (63) musste sich erschöpft zurückziehen.

Das Umweltzentrum Dresden als Stations-Betreiber räumte die Personal-Probleme ein, fand schließlich eine neue Leiterin: "Ich bin seit Oktober hier. Wir haben einen guten Start hingelegt, und das neue Team ist gut eingespielt", sagt Ronja Fulsche (23).

Die gelernte Zootierpflegerin aus Dresden arbeitete bereits 2014 einige Zeit auf der Station mit, kennt die Verhältnisse. Ihr zur Seite stehen aktuell neben vier Ökis ein paar ehrenamtliche Kräfte. Ab Januar soll Saskia Keller als Mitarbeiterin zurückkehren.

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"Dann brauchen wir noch eine feste dritte Kraft für den Sommer", sagt Fulsche. Die etwas ruhigeren Wintermonate will sie nutzen, um die Station aufzuräumen, eine neue Wasservogel-Voliere anzulegen.

Der verletzte Schwan ist in guten Händen: Ronja Fulsche (23) ist die neue Leiterin der Wildvogelauffangstation.
Der verletzte Schwan ist in guten Händen: Ronja Fulsche (23) ist die neue Leiterin der Wildvogelauffangstation.  © Steffen Füssel
Die Station auf dem Gelände der Stadtentwässerung in Kaditz bietet verletzten Wildvögeln Obhut.
Die Station auf dem Gelände der Stadtentwässerung in Kaditz bietet verletzten Wildvögeln Obhut.  © Steffen Füssel
Der Uhu stammt aus dem Hohwald, ist seit fünf Wochen bei den Vogel-Rettern.
Der Uhu stammt aus dem Hohwald, ist seit fünf Wochen bei den Vogel-Rettern.  © Steffen Füssel

Wer helfen will, kann eine Vogel-Patenschaft übernehmen

Fulsche kümmert sich mit ihrem Team jetzt um knapp 30 Vögel: Verletzte Mäusebussarde, Turmfalken, Schwäne und einen Uhu. "Der hatte sich nach einem Kampf am Becken verletzt. Sein Bein war taub. Er konnte nicht greifen, nicht stehen", sagt sie. "Darum machen wir mit ihm täglich Physio, trainieren das Bein."

Die Station sei nun laut Umweltzentrum-Geschäftsführer Tom Umbreit (48) "auf einem guten Weg". Wer helfen will, kann eine Vogel-Patenschaft (ab 50 Euro) übernehmen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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