Suche nach Zollhof-Alternative abgebrochen: Kommt jetzt das Laster-Chaos zurück?

Dresden - Zollhof-Umzug geplatzt! Jetzt droht wieder Lkw-Chaos rund um die Stauffenbergallee. Jahrelang hatte Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) für einen neuen Standort am Elbepark geworben. Erfolglos.

Ohne Interims-Parkplatz könnten sich auf der Stauffenbergallee wieder Lkw-Schlangen bilden.  © Steffen Füssel

TAG24 berichtete immer wieder über das Chaos am aktuellen Zollstandort. Mangels Stellplätzen und Sanitäranlagen hatten Brummifahrer zeitweise in Büsche gepinkelt, ihre Laster zu Dutzenden im Wohngebiet abgestellt.

Ein Interims-Parkplatz am Hammerweg verhindert aktuell das Schlimmste, doch die Fläche braucht SachsenEnergie absehbar für andere Zwecke.

Trotzdem steht der Umzug an die Washingtonstraße nicht mehr zur Debatte. "Wir verfolgen den Bebauungsplan nicht weiter, ich ziehe die Vorlage zurück", sagt der Baubürgermeister.

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Seit Januar 2022 war er mehrfach an der Mehrheitsfindung im Bauausschuss gescheitert. Auch der Bund hat das Umzugsprojekt inzwischen aufgegeben. Kühn frustriert: "Es wurde immer argumentiert, wir würden das Problem verlagern. Das stimmt aber nicht."

Von 13 geprüften Standorten biete die Washingtonstraße die besten Bedingungen: Anbindung an die Autobahn, genug Parkraum, kein direkt angrenzendes Wohngebiet.

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Bau- und Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne).  © Holm Helis
Hier hätte nach Willen des Rathauses ein alternativer Zollstandort entstehen sollen.  © Thomas Türpe

CDU, SPD und Team Zastrow schlagen andere Lösung vor

Will, dass der Zollhof bleibt, wo er ist: CDU-Stadtrat Veit Böhm (60).  © Steffen Füssel

Letztlich fehlte der politische Wille. Stadtrat Veit Böhm (60, CDU): "Von Anfang an war klar, dass die Verwaltungsidee keine Mehrheit finden würde."

Sowieso würde der Bau eines neuen Zollstandorts mehrere Jahre dauern. Und das Geld dafür (rund 8,5 Millionen Euro) gebe es auch nicht. CDU, SPD und Team Zastrow schlagen eine andere Lösung vor: die Einrichtung eines neuen Interims-Parkplatzes, ebenfalls am Hammerweg.

Der Vorschlag behagt wiederum der Stadt nicht, die Probleme mit anderen Projekten befürchtet. Zudem gilt die Fläche aktuell als Wald, liegt sie am Hang.

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"Der schwarze Peter wird jetzt in meine Richtung geschoben", beklagt Bürgermeister Kühn. Die Verwaltung habe alles versucht .

Ab Mai, allerspätestens Anfang 2027, ist die aktuelle Parkplatzlösung Geschichte. Sollte es bis dahin keine Lösung geben, müssen sich Anwohner auf etwas gefasst machen.

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