Umstrittene Pläne nach Großfeuer: Kaum noch Kultur auf dem Areal der alten Operette

Dresden - Nach dem Großbrand letzten Sommer geht es um die Zukunft der alten Staatsoperette in Leuben. Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) erklärte erstmals vor Anwohnern, wie es mit dem Areal weitergehen soll.

So sieht das Areal heute aus. Die meisten Operetten-Gebäude sind schon komplett abgerissen.  © Thomas Türpe

Bis Ende April sollen alle Gebäude abgerissen sein - unter Denkmalschutz stehen sie nicht.

"Wer hier vorbeikommt, wird wehmütig, aber wir wollen nach vorne schauen", sagt der Baubürgermeister. Nach dem Brand plant er groß: Ein neues Stadtteilhaus, Wohnraum und Sportanlagen sollen entstehen.

Bei einer Bürgerversammlung wollte er Anwohner überzeugen - nicht leicht.

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Rainer Kempe (82) von der Bürgerinitiative "Alte Operette - Leuben beleben": "Das war früher das lebendige Zentrum von Leuben. Da hat was stattgefunden, da waren Veranstaltungen, da sind Leute zusammengekommen."

Kann das Rathaus-Konzept mithalten? Herzstück ist das "Stadtteilhaus" mit begrüntem Vorplatz dort, wo der Kopfbau der alten Staatsoperette stand.

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Baubürgermeister Stephan Kühn (46, Grüne) braucht ein positives Stadtrats-Votum, um den Plan umzusetzen.  © Thomas Türpe
Mit Wehmut in der Stimme sprach Rainer Kempe (82) von der alten Staatsoperette.  © Thomas Türpe
Thomas Bräunlich (73) informierte sich bei der Bürgerversammlung über den Rathaus-Plan.  © Thomas Türpe

Wohnungen, Büros, Sport: Vieles ist an der alten Staatsoperette denkbar

Eine solche Kegelanlage könnte in den Keller des neuen Stadtteilhauses einziehen.  © Roland Halkasch

Die Stadt liebäugelt mit einem dreistöckigen Gebäude: Kegelanlage im Keller, Bibliothek mit Café darüber, dazu Multifunktionsräume und Büros.

Ein Teil des Areals soll für Wohnraum verkauft werden. Bis zu hundert Wohnungen könnten entstehen. Brisant: Möglichst keine Sozialwohnungen!

"Davon hat Leuben genug", sagt Kühn.

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Im hinteren, nördlichen Bereich bekommt der Sport eine "Kalthalle" (überdachter Sportplatz mit Tribüne) mit Calisthenics-Anlage und ein Funktionsgebäude.

Auch könnte ab 2027 ein provisorisches Kleinfeld entstehen und für den Sport zwischengenutzt werden.

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Am 6. Juni 2025 brannte die ehemalige Staatsoperette nieder. Fünf Kinder sollen sie angezündet haben, Ermittlungen gegen sie wurden eingestellt.  © Roland Halkasch

Kühn überzeugte nicht alle.

"Die Gefahr, die ich sehe, ist, dass es verglichen mit dem alten Gebäude ein bisschen provinziell wird", glaubt Anwohner Thomas Bräunlich (73). Kritisiert wurde auch, dass weniger Raum für Kultur eingeplant ist. Also keine richtige Bühne, keine Garderobe ... Der Bürgermeister: "Die Erwartung, dass hier ein Kino oder Theater reinkommt, muss ich nehmen. Aber Räume im Stadtteilhaus könnten für Kultur genutzt werden."

Noch ist alles nur Plan - und nichts entschieden. Die Verwaltung tüftelt noch an ihrer Vorlage. Demnach soll das "deutlich über zehn Millionen Euro" teure Vorhaben größtenteils mit der Versicherungssumme und dem Verkaufserlös bezahlt werden.

Das letzte Wort hat der Stadtrat.

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