Tausende gehen gegen Gewalt an Frauen auf die Straße: "Es reicht!"

Von Lea Winkler, Mona Wenisch

Frankfurt am Main – Unter dem Motto "Es reicht!" haben am Montag in Frankfurt mehrere Tausend Menschen gegen Sexismus und strukturelle Gewalt an Frauen demonstriert.

In Frankfurt sind Tausende auf die Straße gegangen.  © Hannes P. Albert/dpa

Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 7000 Menschen an der Kundgebung, die am Römerberg begann. Zwischenzeitlich hatten sie von 8000 Menschen gesprochen, dies aber später nach unten korrigiert. Die Polizei sprach gegen 20 Uhr von 2400 Menschen in der Spitze. Diese zogen über den Willy-Brandt-Platz zum Opernplatz.

Initiiert wurde die Demonstration vom Kollektiv "Vulver", dem sich Angaben der Mitorganisatorin Anna Blendinger zufolge ein Bündnis aus mehr als 16 zivilgesellschaftlichen Initiativen angeschlossen habe. Auf der Bühne hieß es am Abend: "Wir sind laut, wir sind viele, es ist Zeit, sich zu verbünden."

Demonstrierende nannten Wut, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein als Gründe für ihre Teilnahme. "Weil ich wütend bin und mich solidarisieren möchte und connecten möchte", sagte Anna Finkeldey, Teilnehmerin der Demo. 

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Auch viele Männer sind Teil der Demonstration. Jacob Caroli, einer der Teilnehmer, betonte: "Ich glaube, für mich als Mann – man muss halt dann auch was ändern und zeigen, dass man aktiv ist, weil es sehr einfach ist, wegzuschauen."

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Demonstrationen auch in anderen Städten

Sie demonstrieren gegen Sexismus und strukturelle Gewalt an Frauen.  © Hannes P. Albert/dpa

Zwei Demonstrantinnen, die nur ihre Vornamen nannten, äußerten konkrete Forderungen.

"Gesetze in Kraft setzen, die Frauen schützen vor jeglicher Form von Gewalt", sagte Corinna. Cara: "Und nur Ja heißt Ja statt nur Nein heißt Nein."

"Ja ist Ja" bedeutet, dass in sexuelle Handlungen ausdrücklich eingewilligt werden müsste und dies im Strafrecht festgeschrieben werden soll.

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Hintergrund der aktuellen Debatte über digitale Gewalt sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) gegen Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen (50).

Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die derzeit entsprechend noch die Unschuldsvermutung.

Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die "initiale Berichterstattung" des "Spiegels" gerichtliche Schritte einzuleiten. Zuletzt hatte es in mehreren Städten Demonstrationen gegen digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen gegeben, unter anderem in Hamburg, wo Fernandes selbst auftrat.

Erstmeldung: 20.09 Uhr, zuletzt aktualisiert: 20.57 Uhr

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