Doch kein Ausbruchsversuch? Hintergründe zu Angriff auf Beamte in Jugendknast jetzt offenbar bekannt

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Jork - Am Pfingstsonntag sollen drei Häftlinge eines Hamburger Jugendgefängnisses drei Mitarbeiter der Einrichtung angegriffen und zwei von ihnen verletzt haben. Zunächst kursierte das Gerücht, dass es sich dabei um einen Ausbruchsversuch gehandelt haben könnte. Doch jetzt soll der wahre Hintergrund der Attacke bekannt sein.

In der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand wurden am Pfingstsonntag zwei Mitarbeiter bei einer Auseinandersetzung verletzt.
In der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand wurden am Pfingstsonntag zwei Mitarbeiter bei einer Auseinandersetzung verletzt.  © NEWS5 / Sebastian Peters

Nach Informationen von "Bild" soll der Anlass für den Angriff gewesen, einen Mithäftling zu lynchen - und zwar aus Rache. Die Eskalation soll im Zusammenhang mit dem Tod eines 15-Jährigen stehen, der im April 2025 in Hamburg-Harburg aus einem Hochhaus stürzte und starb.

Der Junge soll in der Nacht zum 14. April versucht haben, vor Angreifern aus der Wohnung des Hauses zu flüchten. Dabei stürzte er vom Balkon im achten Stock in den Tod. Zuvor soll eine Gruppe Männer in die Wohnung eingedrungen sein und die Anwesenden überfallen haben.

In dem Verfahren sprach das Hamburger Landgericht im März 2026 insgesamt zehn Syrer schuldig. Sieben von ihnen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein damals 17-Jähriger, den die Richterin als Rädelsführer bezeichnete, wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt und sitzt seit Kurzem in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand ein.

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Und genau dieser Vorfall im April 2025 soll nun wohl auch Auslöser für die Attacke an Pfingsten gewesen sein.

Die drei Angreifer wollten offenbar die Schlüssel zur Zelle des damals 17-jährigen Rädelsführers bekommen. In einem Materialraum sollen die gewalttätigen Insassen dafür zunächst einen Beamten bewusstlos geschlagen haben, ihm den Schlüssel zur Nachbarstation und den Gürtel abgenommen haben. Anschließend sollen die mutmaßlichen Täter den JVA-Mitarbeiter mit seinen eigenen Handschellen gefesselt haben.

In diesem Hochhaus ist der Jugendliche im April 2025 zu Tode gestürzt.
In diesem Hochhaus ist der Jugendliche im April 2025 zu Tode gestürzt.  © Lenthe-Medien André Lenthe
Die zehn Angeklagten standen im März 2026 im Gerichtssaal neben ihren Anwälten im Prozess wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge.
Die zehn Angeklagten standen im März 2026 im Gerichtssaal neben ihren Anwälten im Prozess wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge.  © Marcus Brandt/dpa

Eskalation in Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand: Auch "White Tiger" sitzt in diesem Gefängnis

Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand liegt auf der gleichnamigen Elbinsel. (Archivfoto)
Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand liegt auf der gleichnamigen Elbinsel. (Archivfoto)  © Christian Charisius/dpa

Am Gürtel befand sich auch das Dienstmesser des Beamten, das nun im Besitz des Trios war. Mit Schlüssel und Messer in der Hand soll sich ein 20-Jähriger schließlich Zugang zu einer Nachbarstation verschafft haben, wo es zu einer weiteren Eskalation gekommen sein soll.

Dort habe er einem weiteren Beamten das zuvor gestohlene Dienstmesser an die Kehle gedrückt und ihn damit bedroht. Die Drohung hatte offenbar Erfolg: Der Mitarbeiter soll tatsächlich den Schlüssel zur Zelle des damals 17-Jährigen rausgerückt haben.

Aufgrund lauter Schreie während der Auseinandersetzung sollen weitere Vollzugsbeamte dazugekommen sein. Daraufhin sei einem der Beamten mit einem Stuhlbein sogar die Hand zertrümmert worden. Ob und wie der 20-Jährige nach der Aktion überwältigt werden konnte, ist nicht bekannt. Zwei der Gefangenen sind nach dem Vorfall noch am Sonntag verlegt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

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Die Justizbehörde in Hamburg spreche bislang von einer noch laufenden internen Aufarbeitung und prüfe derzeit mögliche Konsequenzen. Vollzugsbeamte fordern bereits seit Längerem besseren Schutz – etwa Stichschutzwesten, wie sie Polizeikräfte tragen.

Die Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand liegt auf der gleichnamigen niedersächsischen Elbinsel, die auch Gefängnisinsel genannt wird. In dem Jugendgefängnis sitzt auch Shahriar J. (21), besser bekannt als "White Tiger". Dieser soll mindestens den Tod eines Kindes auf dem Gewissen haben und sitzt seit Juni 2025 in besagtem Gefängnis.

Titelfoto: NEWS5 / Sebastian Peters

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