Hamburg - Lena Jensen (32) ist als Influencerin aktiv und spricht seit mehreren Jahren über ihre Erfahrung sexuellen Missbrauchs als Kind. Jetzt äußerte auch sie sich zu den zuletzt veröffentlichten Epstein-Akten.
"Während die ganze Welt schockiert ist über die Epstein-Akten, kann ich nur sagen: Das war mein Leben seit ich zwei und bis ich sechs Jahre alt war", stieg die 32-Jährige in ihr Video ein, dass sie vor kurzen auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlichte.
Mit ihrem Clip wolle sie vor allem darauf aufmerksam machen, dass sich Deutschland hinsichtlich sexueller Verbrechen an Kindern und Jugendlichen nicht einfach aus der Affäre ziehen könne.
"Ich habe erzählt, dass ich dabei war, als versucht worden ist, ein Baby neben mir sexuell zu missbrauchen", machte sie deutlich. "Und trotzdem wurde mir gesagt, dass ich lüge oder nur Aufmerksamkeit suche."
Ihr sei in Deutschland eben genau das Gleiche passiert, wie den Kindern und jungen Frauen in den USA, so die Influencerin. "Das wird in allen Ländern passieren. Wir haben hier einfach ein weltweites Problem!"
Lena Jensens Fall sei einfach eingestellt worden
Das größte Problem aus ihrer Sicht: Dass man den Frauen einfach keinen Glauben schenke und die mutmaßlichen Täter stattdessen auf ein Podest hebe - und das nur, weil sie in der Öffentlichkeit eine machtvolle Rolle einnehmen.
Dabei seien es ja gerade die Männer, die nachweislich lügen. So auch im Falle Jeffrey Epstein (†66). Als Beispiele nannte die Influencerin etwa US-Präsident Donald Trump (79) oder auch Elon Musk (54), die ihre Kontakte zu Epstein zum Teil leugneten - obwohl Akten etwas anderes aussagten.
Etwas, was Jensen tief treffe und wütend mache. "Auch in Deutschland werden unter einem Prozent der Täter überhaupt verurteilt. Es gibt keine gerechte Strafe für sexualisierte Gewalt an Frauen und Kindern und das müssen wir jetzt ändern", betonte die Mutter eines Kindes. "In meinem Fall: Wir waren mehrere Kinder, die Taten wurden sogar medizinisch festgestellt und dann wurden die Verfahren einfach eingestellt und jetzt sind die Akten verschwunden."
In all den Jahren sei einfach immer wieder weggeschaut worden, das müsse sich ändern. "Es liegt jetzt in unserer Hand, dass wir JETZT etwas tun, um die Zukunft unserer Kinder zu verändern", so ihr Appell.