Weltpremiere in der Elphi: Komponist lässt Kunstwerke lebendig werden
Hamburg - Ende März präsentiert der Komponist und Pianist Leon Gurvitch in der Hamburger Elbphilharmonie sein neues Konzertprojekt "Echoes of Chagall – Ein Konzert zwischen Traum und Erinnerung". Gemeinsam mit seinem Streichquartett sowie dem Bassisten Alexander Roslavets, Solist der Staatsoper Hamburg, stehen dabei mehrere Weltpremieren auf dem Programm.
Darunter die Uraufführung des vokalen Zyklus "Echoes of Chagall" für Bass und Klavier. Die Werke greifen dabei die besondere Bildsprache des Malers Marc Chagall (†1985) auf und übersetzen sie in Musik.
"Marc Chagall ist ein zutiefst persönlicher Künstler, dessen Bilder wie Erinnerungen und Träume wirken – voller Liebe, Schmerz, Glauben und innerer Freiheit", erklärt Gurvitch gegenüber TAG24.
"Seine Lebensgeschichte ist untrennbar mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden: Auf der Flucht vor Kriegen und Verfolgung bewahrte er sich stets seine künstlerische Identität und verwandelte persönliche Erfahrung in eine universelle Bildsprache."
Diese Verbindung von Biografie, Geschichte und Poesie bilde den emotionalen Kern des Konzerts.
"Mich hat vor allem Chagalls poetische Zwischenwelt interessiert: das Schweben, die Erinnerung, das Licht und die Verletzlichkeit. Diese besondere Stimmung übersetze ich in fließende Linien, unerwartete Brüche und eine träumerische Klangsprache."
Daraus entstanden seien zahlreiche neue Werke und Fassungen, die an diesem Abend erstmals öffentlich in der Elbphilharmonie zu hören sein werden.
Leon Gurvitch: "Es ist ein Appell an Frieden und Empathie"
Eine besondere Rolle kommt dem Bassisten Alexander Roslavets zu, der zuletzt unter anderem an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York, im Royal Opera House Covent Garden London sowie bei den Salzburger Festspielen zu erleben war.
"Seine Stimme verleiht der Musik Tiefe und eine innere Ruhe – sie trägt nicht nur den Text, sondern auch die Emotion dahinter. In den Proben entstanden spontane Nuancen in Tempo und Ausdruck, die das Werk weiter geformt und bereichert haben", so Gurvitch.
"Echoes of Chagall" verstehe sich dabei nicht nur als akustisches Erlebnis, sondern auch als leiser gesellschaftlicher Kommentar.
"Für mich als Musiker ist es wichtig, in einer Zeit voller globaler Krisen und gesellschaftlicher Verunsicherung Räume zu schaffen, in denen wir innehalten, zuhören und uns miteinander verbinden können", so Gurvitch.
"Dieses bevorstehende Konzert verstehe ich als Einladung zur Erinnerung, zur Reflexion und zu einem gemeinsamen Moment von Menschlichkeit, den wir durch Musik erleben." Am Ende soll ein Gefühl bleiben, das über den Konzertabend hinausweist: "Es ist ein Appell an Frieden und Empathie – und an das Gefühl, dass Kunst uns helfen kann, einander bewusster zu begegnen und das Leben wertzuschätzen."
Tickets für das Konzert am 22. März 2026 um 19.30 im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg gibt es unter elbphilharmonie.reservix.de.
Titelfoto: Tag24/Madita Eggers

