Eklats beim Wacken Open Air und CSD in Hamburg? Security verweigert Menschen mit Pride-Flagge Zutritt

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Hamburg - Während am Samstag rund 300.000 Menschen beim CSD in Hamburg Haltung zeigten, ließ die Europa Passage am Jungfernstieg Menschen mit Regenbogenflagge nicht rein. Ähnliche Vorfälle soll es in Wacken gegeben haben.

Rund 300.000 Menschen feierten am Samstag den CSD in Hamburg.
Rund 300.000 Menschen feierten am Samstag den CSD in Hamburg.  © Christian Charisius/dpa

Der Vorfall ereignete sich an einem Seiteneingang zum Einkaufszentrum. Dort habe ein Sicherheitsmitarbeiter laut Spiegel Menschen vor dem Eintritt aufgefordert, Plakate und Flaggen wegzupacken.

Einige CSD-Besucher, die eine Abkürzung durch das Center nehmen wollten, seien gar wegen ihrer knappen Outfits abgewiesen worden.

Die Regelung der Europa Passage, die mit Sitz am Jungfernstieg im Zentrum der Veranstaltung liegt und auf dessen Dach Regenbogenflaggen wehen, sorgte für Unverständnis.

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Die Hamburger Polizei wurde mehrfach zu Streitigkeiten an zwei Seiteneingängen gerufen. Security-Mitarbeiter sollen Menschen aufgefordert haben, Regenbogenflaggen einzurollen oder wegzupacken.

Gegenüber der Polizei hätten sich die Mitarbeiter auf das Hausrecht berufen.

"Bei dem geschilderten Vorfall hat es sich um Einzelfälle und offenbar um ein Missverständnis gehandelt: So haben in einigen Fällen Mitarbeiter des vom Center beauftragten Sicherheitsdienstes den Zutritt von Besuchern mit mitgeführten größeren Fahnen aus Sicherheitsgründen zunächst nicht zugelassen", heißt es in einem Statement des Centers.

41-Jähriger landet auf der Wache

Die Polizei ermittelt gegen einen 41-Jährigen, der sich Zugang zum Einkaufszentrum verschaffte und Widerstand leistete. (Symbolfoto)
Die Polizei ermittelt gegen einen 41-Jährigen, der sich Zugang zum Einkaufszentrum verschaffte und Widerstand leistete. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Es habe jedoch keinerlei Anweisung des Centermanagements gegeben, dass Fahnen, Transparente oder dergleichen im Rahmen des CSD nicht mitgeführt oder in das Center mitgebracht werden dürfen.

Als der Centermanager von den Vorfällen erfahren habe, habe er reagiert und intern nochmals klargestellt, dass es kein Verbot für das Mitführen von Fahnen und dergleichen im Center gibt, heißt es in der Mitteilung.

Für einen 41-Jährigen endete der Protest gegen die missverständliche Regelung auf der Polizeiwache, wie der Spiegel berichtet. Nachdem man ihm den Zutritt verweigert hatte, fand er offensichtlich doch einen Weg in die Europa Passage.

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Als Beamte eintrafen, habe der Mann angefangen zu filmen und Widerstand gegen die Maßnahmen geleistet. Mehrere Polizisten beförderten den schreienden und weinenden 41-Jährigen aus der Europa Passage, während die Hände in Handschellen auf dem Rücken steckten und die Knie über den Boden schrammten.

Das Landeskriminalamt ermittelt gegen den Mann.

Besucher beim Wacken Open Air wegen Patches abgewiesen

Beim Wacken Open Air wurden Fans abgewiesen, die ein politisches Statement setzen wollten.
Beim Wacken Open Air wurden Fans abgewiesen, die ein politisches Statement setzen wollten.  © Frank Molter/dpa

Auch beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air (W:O:A) sorgte der Sicherheitsdienst für Wut bei den Besuchern. Mehrere Gäste beschwerten sich, weil ihnen der Zutritt zum Festivalgelände untersagt wurde.

Der Grund: Sie trugen erkennbar gegen Rechts gerichtete Patches, Flaggen oder Shirts oder Symbole, die für Vielfalt stehen.

"Diese Handlungen waren zu keinem Zeitpunkt in unserem Sinne. Das Wacken Open Air steht für Weltoffenheit und Toleranz. Wir sind ein Ort der friedlichen Begegnung der Metal-Community und unterstützen die Meinungsfreiheit", heißt es in einem auf Instagram veröffentlichten Statement des W:O:A.

Man habe das Thema von Anfang an sehr ernst genommen und bereits ein Bündel an Maßnahmen ergriffen.

Neben einem internen Statement seien intensive Aufklärungsschritte eingeleitet worden. Jeder konkrete Hinweis werde von den Veranstaltern verfolgt.

Das Festival fand von Mittwoch bis Sonntag statt und lockte 85.000 Fans nach Schleswig-Holstein.

Erstmeldung um 10.26 Uhr, aktualisiert um 11.15 Uhr.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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