Hamburgs neue Sternbrücke rollt wieder: Transport geht weiter
Von Stefan Flomm
Hamburg - Außergewöhnlicher Anblick: Die neue Sternbrücke ist wieder auf dem Weg durch das Herz Hamburgs.
Nachdem es am Vormittag wegen Problemen auf dem Transportweg einen unvorhergesehenen Zwischenstopp gegeben hatte, rollt der 3700-Tonnen-Koloss nun die letzten etwa 500 Meter entlang der Max-Brauer-Allee.
Der Einhub des 108 Meter langen und 21 Meter breiten Bauwerks soll nach Angaben eines Bahnsprechers am frühen Freitagmorgen bis etwa 3 Uhr erfolgen.
Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (45, Grüne) bezeichnete die neue Bahnüberführung im Bezirk Altona als "einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt". Er nannte die Projektarbeit eine "Koordinierungsleistung der Extraklasse".
Nach der für Ende August vorgesehenen Wiedereröffnung werden pro Tag etwa 1000 Züge auf der sogenannten Verbindungsbahn unterwegs sein. Laut Tjarks sind täglich etwa 90.000 Menschen in den Zügen unterwegs. Dazu kämen etwa 23.000 Pkw und gut 5000 Radfahrer, die unter der Brücke fahren.
Für den Transport der Sternbrücke wurden 86 Bäume gefällt
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand der Bahn-Tochter InfraGo, sagte: "Die Sternbrücke ist mehr als ein Bauwerk." Sie stehe für eine "bessere Infrastruktur" mitten im Leben der Hamburgerinnen und Hamburger. Sie leiste einen Beitrag dafür, dass mehr Menschen zuverlässig auf der Schiene unterwegs sein könnten.
Bewegt wird der Stahlkoloss auf 48 sogenannten SPMT - die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Auf insgesamt 1088 Rädern, die um 360 Grad drehbar sind, erfolgt der Vorschub auf der Max-Brauer-Allee.
Die Straße wurde dafür durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang des Weges wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die maximale Geschwindigkeit des Transports beträgt einen Kilometer pro Stunde.
Schon am Mittwoch war die Brücke etwa 50 Meter seitwärts versetzt und auf die Einbauhöhe von sechs Metern über dem Straßenniveau angehoben worden.
Erstmeldung: 13.31 Uhr, zuletzt aktualisiert: 20.58 Uhr.
Titelfoto: Christian Charisius/dpa

