Schneechaos im Norden: "Kritische Wetterlage" steht bevor

Hamburg - Der Wintereinbruch sorgt für Chaos in Hamburg und dem Umland! Schnee und Glätte haben zahlreiche Unfälle und Straßensperrungen verursacht.

Die Züge des Metronom konnten am Wochenende aufgrund von eingefrorenen Weichen nicht mehr fahren.
Die Züge des Metronom konnten am Wochenende aufgrund von eingefrorenen Weichen nicht mehr fahren.  © metronom Eisenbahngesellschaft mbH | © Florian Danker

Wer zu Hause bleiben kann, der sollte das auch machen. Denn nicht nur zahlreiche Autofahrer geraten bei den Witterungsverhältnissen ins Schlingern.

Auch der öffentliche Personennahverkehr geht in die Knie.

TAG24 berichtet im Liveticker über die Lage.

Update, 7. Januar, 20 Uhr: Winterdienst in MV zum Streik aufgerufen

Auch das noch! In Mecklenburg-Vorpommern wurde für Donnerstag zum Streik aufgerufen, weshalb es laut des Landesamts für Straßenbau und Verkehr zu "personellen Engpässen im Winterdienst" kommen kann.

Ein Sprecher der Behörde erklärte, dass dennoch alles versucht werde, um die Straßen möglichst frei zu halten. Etwaige Personalausfälle sollen demnach so gut wie möglich mit Fremdfirmen kompensiert werden, die ohnehin schon für einen Teil der Räumung verantwortlich seien.

Update, 7. Januar, 19.15 Uhr: Immer mehr Hamburger Friedhöfe schließen

Die aktuelle Witterung hat auch Auswirkungen auf die Hamburger Friedhöfe. Nach dem Hauptfriedhof Altona werden ab Donnerstagabend weitere Friedhöfe in der Hansestadt für mehrere Tage geschlossen.

Wie das Unternehmen Hamburger Friedhöfe mitteilte, betrifft dies die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf, Wohldorf, Finkenriek, Finkenwerder und Kirchdorf-Amtshof.

Die Sperrungen dauern demnach voraussichtlich bis Montagmorgen, dann soll die Lage neu bewertet werden.

In den kommenden Tagen werden mehrere Hamburger Friedhöfe aufgrund der Witterung geschlossen.
In den kommenden Tagen werden mehrere Hamburger Friedhöfe aufgrund der Witterung geschlossen.  © Christian Charisius/dpa

Update, 7. Januar, 17.29 Uhr: Schulbehörde denkt über Ausfall nach

Schulfrei in Hamburg? Wie ein Sprecher der Schulbehörde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, werde für Donnerstag und Freitag die Lage genau beobachtet. Ein Unterrichtsausfall sei möglich.

Generell gelte: Bei einer nachweisbaren Gefährdungslage für den Schulweg könnten Eltern entscheiden, ob ihr Kind zur Schule geht oder nicht. Dann sei jedoch eine Abmeldung erforderlich.

In Niedersachsen fällt am Donnerstag und Freitag bereits in mehreren Landkreisen und Städten der Präsenzunterricht aus.

Update, 7. Januar, 16.55 Uhr: Schwierige Lage auch auf Autobahnen erwartet

Die Autobahn GmbH des Bundeswehr warnt für das Wochenende vor "schwierigen Verhältnissen" auf den Autobahnen im Norden.

Zwar sei der Winterdienst rund um die Uhr im Einsatz, bei extremen Wetterlagen seien Einschränkungen jedoch nicht zu verhindern, erklärte Carsten Butenschön, Direktor der Niederlassung Nord in einer Mitteilung.

"Wenn man kein Räumfahrzeug sieht, heißt das nicht, dass kein Räumfahrzeug unterwegs ist. Denn neben den langen Umlaufzeiten muss man bedenken, dass die Kolleginnen und Kollegen auch Anschlussstellen und Rastanlagen räumen. Zudem müssen sie regelmäßig zurück in die Autobahnmeisterei, um Streugut nachzuladen", gab Butenschön zu bedenken.

Bei sehr starkem Schneefall konzentriere sich der Räumdienst auf ein oder zwei Fahrstreifen. Die nicht geräumte Überholspur sollte dann auf keinen Fall genutzt werden. Generell appellierte Butenschön an die Eigenverantwortung der Menschen und erinnerte auch an die richtige Bereifung der Autos.

Auch auf den Autobahnen im Norden kann es am Wochenende zu schwierigen Verhältnissen kommen.
Auch auf den Autobahnen im Norden kann es am Wochenende zu schwierigen Verhältnissen kommen.  © Lars Penning/dpa

Update, 7. Januar, 16.33 Uhr: Kommt es im hohen Norden zum Komplettausfall?

Man rechnet mit dem Schlimmsten: Die Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (NAH.SH) hat aufgrund der angesagten Witterung einen möglichen Komplettausfall angekündigt.

"Der Nahverkehr im hohen Norden rechnet damit, dass es aufgrund der extremen Wetterbedingungen ab Freitag teilweise zu Betriebseinstellungen ohne Ersatzverkehr kommen wird", hieß es in einer Mitteilung.

Es werde dazu geraten, auf Fahrten mit dem ÖPNV zu verzichten. In jedem Fall sollte man sich vor Antritt der Reise informieren. Wichtig: Die Situation könne auch weniger extrem sein als erwartet, dann würde der Nahverkehr entsprechend wie üblich fahren.

Update, 7. Januar, 10.15 Uhr: "Kritische Wetterlage" steht bevor

Der Winter im Norden könnte noch einmal richtig Fahrt aufnehmen. Ein Sturmtief zieht von der südwestlichen Nordsee in Richtung Norddeutschland und sorgt ab Freitag für kräftig Neuschnee.

Sturmböen mit sieben bis acht Windstärken in Hamburg und im Schleswig-Holsteiner Binnenland bis zu neun Windstärken können für ordentliche Schneeverwehungen sorgen. "Aus meteorologischer Sicht ist auf jeden Fall Vorsicht geboten", sagt Diplom-Meteorologe Jens Kieser (49) vom Deutschen Wetterdienst gegenüber TAG24.

Dazu wird es knackig kalt. "Wir erwarten Dauerfrost, der sich dann am Wochenende noch verschärft", so der 49-Jährige. Die Temperaturen können am Wochenende nachts bis unter minus zehn Grad sinken. Zusammengefasst müsse mit einer "kritischen Wetterlage" gerechnet werden, so Kieser.

Es könne nicht schaden, sich einige Vorräte anzulegen. "Ich würde mir für das Wochenende genug zu essen besorgen, weil es sein kann, dass man am Samstag vielleicht nicht mit dem Auto fahren kann, oder dass die Anlieferer für die Supermärkte Schwierigkeiten haben", sagt der Wetter-Experte.

Am Wochenende soll es in Hamburg und Schleswig-Holstein Minusgrade im zweistelligen Bereich geben.
Am Wochenende soll es in Hamburg und Schleswig-Holstein Minusgrade im zweistelligen Bereich geben.  © Christian Charisius/dpa

Update 6. Januar, 18.40 Uhr: Verbot von Tausalz in Hamburg aufgehoben

Außergewöhnliche Maßnahme: Die Hamburger Verkehrsbehörde hat am Dienstag das Verbot von Tausalz auf Nebenflächen bis zum 21. Januar aufgehoben.

Anwohner können dementsprechend klassisches Tausalz auf die Wege streuen, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen. Der Senat reagiert damit auf die anhaltende Witterung.

"Wir müssen alle dafür Sorge tragen, dass die Wege so sicher wie möglich sind. Ich bitte trotzdem alle Hamburgerinnen und Hamburger Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen", erklärte Verkehrssenator Anjes Tjarks.

Update 6. Januar, 17.02 Uhr: Behörden erinnern an Räumpflicht der Anlieger

Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist laut eigenen Angaben aktuell weiterhin mit 728 Einsatzkräften und 360 Fahrzeugen im Einsatz, um Straßen und zentrale Radwege zu sichern.

Die Umweltbehörde und die Bezirksämter weisen in diesem Zuge allerdings nochmals auf die gesetzliche Räumpflicht der Anlieger auf den Gehwegen hin.

Die Anlieger sind verantwortlich für:

  • Gehwege vor dem eigenen Grundstück: Diese müssen in einer Breite von mindestens 1 Meter geräumt und gestreut werden.
  • Eckbereiche & Zugänge: Bei Eckgrundstücken muss bis zur Bordsteinkante der einmündenden Straße geräumt werden. Auch Zugänge zu Ampeln oder Fußgängerüberwegen müssen bis zum Fahrbahnrand frei sein.
  • Treppen: Diese sind in voller Breite zu räumen und zu streuen.
  • Verkehrsberuhigte Bereiche: Hier muss auf jeder Seite des Weges ein Streifen für Fußgänger gesichert werden (außerhalb von Parkflächen).
  • Gullys und Straßenrinnen: Diese müssen von Schnee und Eis befreit sein, damit das Schmelzwasser im Falle des Tauens sauber abfließen kann.

Gehwege müssen demnach werktags bis 8.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 9.30 Uhr von Schnee und Eis befreit sein. Versäumnisse können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld oder einer kostenpflichtigen Räumung geahndet werden. Weitere Informationen gibt es unter: Winterdienst in Hamburg.

Aufgrund der anhaltenden Schneefälle in Hamburg erinnerten die Behörden am Dienstag an die gesetzliche Räumpflicht der Anlieger auf den Gehwegen. (Symbolfoto)
Aufgrund der anhaltenden Schneefälle in Hamburg erinnerten die Behörden am Dienstag an die gesetzliche Räumpflicht der Anlieger auf den Gehwegen. (Symbolfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Update 6. Januar, 16.33 Uhr: Immer noch Störungen im S-Bahnverkehr auf den Linien S3 und S5

Auch am Dienstagnachmittag hat das Winterwetter den Hamburger S-Bahnverkehr weiter im Griff.

Noch bis 19.30 Uhr sollen die S3 und die S5 wegen witterungsbedingten Störungen abweichend vom Fahrplan unterwegs sein. Aktuell fährt die S5 zwischen Elbgaustraße und Stade nur alle 20 Minuten. Die S3 fährt wieder beidseitig über Jungfernstieg und Landungsbrücken.

So fährt die S5 aktuell:

  • Elbgaustraße - Neugraben
    geplante Abfahrtszeiten: auf Minute 03, 23, und 43 ab Elbgaustraße

  • Neugraben - Elbgaustraße
    geplante Abfahrtszeiten: auf Minute 12, 32, 52 ab Neugraben

  • Neugraben - Stade
    geplante Abfahrtszeiten: auf Minute 12, 32, 52 ab Neugraben

  • Stade - Neugraben
    geplante Abfahrtszeiten: auf Minute 16, 36, 56 ab Stade

Fahrgästen wird empfohlen, auf die Ansagen und Anzeigen am Bahnsteig zu achten.

Wegen des Winterwetters gibt es auch am Dienstagnachmittag noch Störungen im S-Bahnverkehr. (Symbolbild)
Wegen des Winterwetters gibt es auch am Dienstagnachmittag noch Störungen im S-Bahnverkehr. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Update 6. Januar, 16.00 Uhr: Weniger Busse in Bergedorf unterwegs

In Hamburg Bergedorf fahren die Busse zurzeit stark unregelmäßig, teilte der Hamburger Verkehrsverbund (hvv) mit.

Grund dafür seien zahlreiche Fahrzeugschäden, die durch die Witterungsbedingungen der letzten Tage entstanden sein. Bis voraussichtlich 19 Uhr sollen die Busse in diesem Bereich noch unregelmäßig fahren.

Reisende werden gebeten vor Fahrtantritt in der hvv-App oder auf Anzeigetafeln zu schauen, ob der entsprechende Bus fahre oder nicht.

Titelfoto: Lars Penning/dpa

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