Hamburg - Ein weißes Fahrrad am Straßenrand – ein sogenanntes Ghostbike – erinnert seit rund drei Wochen an einen bei einer Kollision mit einem Lkw verstorbenen Radfahrer (†53). Das stille Mahnmal an der Kreuzung Moorfleeter Straße/Liebigstraße steht zugleich sinnbildlich für die Gefahren des Radverkehrs im Hamburger Stadtgebiet. Nun reagierte die Stadt.
Am Sonntag wurde der Radweg im Kreuzungsbereich rot markiert und bestehende Straßenmarkierungen ausgebessert.
Die Maßnahmen erfolgen nach einem schweren Unfall, bei dem am 17. April ein 53 Jahre alter Radfahrer ums Leben gekommen war.
Nach bisherigen Erkenntnissen bog ein 62-jähriger Fahrer mit seinem Sattelzug von der Liebigstraße nach rechts in die Moorfleeter Straße ab. Dabei kam es aus bislang ungeklärter Ursache zur Kollision mit dem Radfahrer. Der Mann wurde von dem Lastwagen überrollt und tödlich verletzt.
Nur zwei Tage zuvor war bereits ein elfjähriger Junge im Hamburger Stadtteil Wilstorf bei einem ähnlichen Unfall ums Leben gekommen. Auch dort hatte ein Sattelzug den Jungen erfasst; er starb noch am Unfallort.
ADFC veranstaltete Mahnwache
Die beiden tödlichen Unfälle lösten erneut eine Debatte über die Sicherheit von Radfahrern im Hamburger Straßenverkehr aus. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Hamburg veranstaltete nach dem Unfall in Wilstorf eine Mahnwache und forderte vom Senat bessere Schutzmaßnahmen für Radfahrer.
Dazu zählen nach Angaben des Verbands unter anderem baulich getrennte Radwege sowie verpflichtende Abbiegeassistenten für Lastwagen. Ob die neuen Markierungen an der Kreuzung in Moorfleet Teil weitergehender Sicherheitsmaßnahmen sind, ist nicht bekannt.