Heute vor 18 Jahren: Fund der Kormoran lieferte neue Details zum Seegefecht 1941

Heute vor 18 Jahren, am 12. März 2008, wurde das Wrack der "Kormoran" gefunden. Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem dramatischen Gefecht vor der Westküste Australiens lieferte die Entdeckung neue Fakten über den Untergang des deutschen Hilfskreuzers und das tragische Schicksal der "HMAS Sydney".

Unter "heute vor ... Jahren" gibt es noch andere Ereignisse zu entdecken.

Hilfskreuzer Kormoran auf See - Aufnahme von einem deutschen U-Boot aus (1940).  © Wikimedia Commons/Bundesarchiv/Bild 146-1985-074-27/CC-BY-SA 3.0/CC BY-SA 3.0 DE

Die Kormoran war ursprünglich ein Frachtschiff, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine zum bewaffneten Handelsstörer umgebaut.

Getarnt als ziviles Schiff operierte sie im Atlantik und Indischen Ozean. Ziel war es, alliierte Handelsschiffe unter Kontrolle zu bringen oder zu versenken.

Als das Kriegsschiff HMAS Sydney, ein leichter Kreuzer der Royal Australian Navy, das verdächtige Schiff am 19. November 1941 vor der Westküste Australiens stellen wollte, entwickelte sich ein heftiges Seegefecht. Beide Schiffe wurden schwer beschädigt.

Heute vor ... Jahren Heute vor sechs Jahren: Grundstein einer neuen Zeitrechnung

Während die deutsche Besatzung ihr eigenes Schiff später selbst versenkte, sank die Sydney mit allen 645 Besatzungsmitgliedern an Bord. Von der Kormoran überlebten mehr als 300 Seeleute und gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Anzeige

Jahrzehntelange Suche nach dem Wrack

Über Jahrzehnte blieb der genaue Ort des Untergangs unklar. Erst am 12. März 2008 konnte eine gezielte Suchmission - die sogenannte "The Finding Sydney Foundation" - das Wrack der Kormoran lokalisieren. Es lag circa 200 Kilometer vor der Westküste Australiens in etwa 2560 Metern Tiefe auf dem Meeresboden.

Wenige Tage später wurde auch die HMAS Sydney entdeckt - etwa zwölf Seemeilen entfernt in einer Tiefe von etwa 2470 Metern.

Beide Wracks stehen heute unter Schutz und gelten als maritime Kriegsgräber.

Anzeige

Bedeutung des Fundes für die Geschichtsforschung

Der Untergang der HMAS Sydney im November 1941 durch die deutlich unterlegene Kormoran löste in Australien früh Spekulationen aus. Da es keine australischen Überlebenden gab und nur die Aussagen der überlebenden deutschen Kriegsgefangenen vorlagen, wurden diese vielfach angezweifelt.

Es standen Vorwürfe eines möglichen Kriegsverbrechens im Raum. Unter anderem wurde behauptet, die Kormoran habe völkerrechtswidrig unter falscher Flagge das Feuer eröffnet, ein japanisches U-Boot habe am Gefecht teilgenommen oder deutsche Soldaten hätten überlebende australische Seeleute ermordet und dies vertuscht.

Die Entdeckung der Wracks führte zu neuen Ermittlungen. So konnten die Positionen und Untersuchungen der Schiffe sowie Befragungen noch lebender Besatzungsmitglieder der Kormoran zentrale Aussagen der damaligen Berichte Überlebender zu Verlauf und Entfernung des Gefechts bestätigen.

Die Untersuchungskommission kam schließlich zu dem Ergebnis, dass es keine Hinweise auf ein Kriegsverbrechen von Seiten des Kommandanten oder der Besatzung der Kormoran gibt.

Mehr zum Thema Heute vor ... Jahren: