Heute vor 23 Jahren, am 8. Juli 2003, starben die siamesischen Zwillinge Ladan und Laleh Bijani, nachdem rund 50 Stunden zuvor ihre operative Trennung begonnen hatte. Der Eingriff galt als medizinische Sensation: Er war die weltweit erste Trennung erwachsener, am Kopf zusammengewachsener siamesischer Zwillinge.
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Die beiden 29-jährigen Frauen aus dem Iran waren sogenannte Kraniopagus-Zwillinge. Dabei sind zwei Menschen im Bereich des Schädels miteinander verbunden.
Trotz ihrer Verbindung am Kopf lebten die Schwestern dennoch vergleichsweise selbstständig. Sie studierten Jura in Teheran und galten als ehrgeizig und gebildet. Beide hatten jedoch eigene Interessen und Zukunftspläne: Ladan wollte Juristin werden, Laleh Journalistin.
Hinzu kam, dass sie im Alltag viele Bewegungen koordinieren mussten und sich ihre Charaktere teilweise sehr unterschieden. So wuchs bei beiden der Wunsch nach einem eigenständigen Leben. Genau deshalb entschieden sie sich 2003 trotz hoher Risiken für die chirurgische Trennung.
Ein Team aus mehr als 100 Spezialisten, Ärzten und Assistenten wagte sich schließlich an die riskante Operation. Sie wurde in der Raffles-Klinik in Singapur (Südostasien) durchgeführt und begann am 6. Juli 2003.
Der Eingriff galt als besonders kompliziert, da sich die Schwestern wichtige Blutgefäße im Gehirn teilten. Ihre Überlebenschancen wurden auf 50 Prozent geschätzt.
Komplikationen während der Operation
Die Operation dauerte mehr als zwei Tage, dabei kam es zu schweren Komplikationen. Nach Angaben der behandelnden Ärzte verloren die Zwillinge während der Trennung gemeinsamer Hirnvenen große Mengen Blut. Der Gesundheitszustand der beiden Frauen verschlechterte sich daraufhin rapide.
Ladan und Laleh Bijani starben noch während beziehungsweise unmittelbar nach dem Ende des Eingriffs am 8. Juli 2003 an Kreislaufversagen.
Schon gewusst? Siamesische Zwillinge gehören zu den seltenen Fehlbildungen während der Schwangerschaft. Ob eine Trennung möglich ist, hängt vor allem davon ab, welche Körperbereiche, Organe oder Blutgefäße miteinander verbunden sind.
Mediziner bezeichneten den Eingriff damals als weltweit einzigartig. Zwar wurden zuvor bereits siamesische Zwillinge getrennt, jedoch handelte es sich bei den Bijani-Schwestern um erwachsene Frauen. Dadurch war das Risiko deutlich höher, weil sich Blutversorgung, Organe und Körperfunktionen über Jahrzehnte gemeinsam entwickelt hatten. In den meisten Fällen erfolgen solche Operationen daher bereits im Kindesalter.
Der Fall von Ladan und Laleh Bijani gilt bis heute als eines der bekanntesten Beispiele für die medizinischen Grenzen und Risiken bei der Trennung erwachsener siamesischer Zwillinge.