Heute vor 83 Jahren: LSD-Trip als Selbstversuch - aber für die Wissenschaft
Heute vor 83 Jahren, am 16. April 1943, entdeckte der Schweizer Chemiker Albert Hofmann ganz unverhofft die halluzinogene Wirkung von LSD - erwartet hatte er nämlich etwas anderes.
Was sich ebenfalls jährt, erfährst Du hier: heute vor … Jahren.
Wie nicht gerade selten bei großen Entdeckungen war es eher ein Zufall, dass der Chemiker diesen Durchbruch machte. Eigentlich forschte Albert Hofmann nämlich an LSD (Lysergsäurediethylamid), um ein stimulierendes Mittel zu entwickeln, das bei Kreislaufproblemen eingesetzt werden kann.
Bereits fünf Jahre zuvor, am 16. November 1938, hatte er erstmals LSD synthetisiert, als er mit Mutterkorn arbeitete. Dabei handelt es sich um einen hochgiftigen Schlauchpilz, der häufig Roggen, aber auch andere Getreide und Gräser befällt.
Aus den natürlich vorkommenden Mutterkornalkaloiden stellte er damals also erstmals LSD her.
Als er bei Tierversuchen keine Wirkung feststellen konnte, gab er zunächst erst einmal auf.
Ein neuer Versuch und Erfolg
1943 setzte er seine Forschung an LSD jedoch fort, da ihm ein gewisses Bauchgefühl sagte, etwas übersehen zu haben.
Nach seiner Arbeit fielen Hofmann Symptome an sich selbst auf: Er merkte, wie er unruhig wurde und unter leichtem Schwindel litt, weshalb er seine Arbeit pausieren und sich zu Hause ausruhen musste. Seinen Zustand beschrieb er später als rauschartig - geprägt durch visuelle Halluzinationen und eine angeregte Fantasie.
Zwei Stunden später ebbte die Wirkung ab.
War dieser Zustand nur ein Zufall? Aber was, wenn er wirklich mit dem Mittel zusammenhing. Eine kleinste Menge müsste dann bereits ausreichen. Schließlich hätte er bei seiner Arbeit gerade einmal Spuren des Mittels über die Haut aufnehmen können.
LSD bis heute
LSD, auch Acid genannt, gehört zu den stärksten bekannten Halluzinogenen. Wie die meisten Psychedelika wirkt es sich auf das Serotonin-System eines Körpers aus. Bereits kleine Dosen können unseren Bewusstseinszustand, unsere Wahrnehmungen und Gefühle sowie unsere Gedanken verändern.
Hofmann sah bei seiner Entdeckung bereits Potenzial in der psychiatrischen Behandlung. Ab 1949 war LSD dafür unter "Delysid" erhältlich. Allerdings blieb es nicht lange nur bei der Anwendung in der Psychiatrie. Schon bald verbreitete es sich in der Hippiebewegung. Bereits ab Mitte der 60er Jahre wurde das Mittel jedoch nach und nach wieder verboten. Auch die Halluzinogenforschung stoppte daraufhin bis in die 90er Jahre.
In Deutschland ist der Umgang mit dem nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel ohne Erlaubnis strafbar.
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