Heute vor 68 Jahren: Ein Flug über Deutschland endete für sie in DDR-Haft

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Heute vor 68 Jahren, am 7. Juni 1958, geriet ein US-Hubschrauber unbeabsichtigt in den Luftraum der DDR. Nach mehreren Landungen zur besseren Orientierung und einer Notlandung wurden die neun Besatzungsmitglieder von DDR-Behörden festgenommen. Die US-Soldaten blieben 43 Tage interniert, bevor sie nach diplomatischen Verhandlungen freikamen.

Interessante Ereignisse und Jubiläen aus aller Welt gibt es unter heute vor ... Jahren.

Die US-Soldaten beim Passieren der Staatsgrenze der DDR nach ihrer Freilassung.
Die US-Soldaten beim Passieren der Staatsgrenze der DDR nach ihrer Freilassung.  © Bundesarchiv/Bild 183-56913-0006/Sturm, Horst/CC-BY-SA 3.0/CC BY-SA 3.0 DE/Wikimedia Commons

Die in Westdeutschland stationierte US-Besatzung war am 7. Juni 1958 im Rahmen eines Routinefluges auf dem Weg von Frankfurt am Main zu einem Truppenübungsplatz in der Oberpfalz unterwegs, als plötzlich ein starkes Gewitter aufzog. Der Pilot verlor die Orientierung, der Funkkontakt zu den Bodenstationen brach ab.

So kam es zu einer ersten Landung bei Gera (Thüringen) - hier wurde der Besatzung klar, dass sie sich bereits auf "feindlichem" DDR-Gebiet befand. Danach hob der Hubschrauber erneut ab, landete später bei Crimmitschau (Sachsen) und versuchte weiter, den Rückweg in den Westen zu finden.

Das Ende der Odyssee folgte bei Lengenfeld im sächsischen Vogtland: Wegen Treibstoffmangels musste die Maschine notlanden. Während der Hubschrauber dabei beschädigt wurde, blieben die Männer unverletzt.

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Kurz danach griffen DDR-Behörden zu und nahmen die neun US-Soldaten in Gewahrsam. Der Hubschrauber wurde beschlagnahmt.

Internierung in Dresden-Klotzsche

Nach einigen Zwischenstationen und etlichen Verhören wurden die Soldaten schließlich am 25. Juni 1958 nach Dresden-Klotzsche gebracht und in einem Gästehaus der Nationalen Volksarmee (NVA) einquartiert. Rund um die Uhr bewacht, blieb die Gruppe dort mehrere Wochen interniert.

Diese Form der Inhaftierung diente der Klärung des Vorfalls, der im Kontext des Kalten Krieges politisch sensibel war.

Luftraumverletzungen wurden grundsätzlich ernst genommen, auch wenn sie - wie in diesem Fall - auf äußere Umstände wie Wetterbedingungen zurückzuführen waren.

Fun Fact: Für Unterbringung, Verpflegung und Transport der festgesetzten Soldaten stellte die DDR den USA später Kosten in Höhe von rund 7334 DM in Rechnung. Die Zahlung erfolgte ohne Einspruch.

Freilassung nach diplomatischen Verhandlungen

Übergabe der internierten Soldaten am 19. Juli 1958 in Anwesenheit des Roten Kreuzes.
Übergabe der internierten Soldaten am 19. Juli 1958 in Anwesenheit des Roten Kreuzes.  © Bundesarchiv/Bild 183-56913-0004/Sturm, Horst/CC-BY-SA 3.0/CC BY-SA 3.0 DE/Wikimedia Commons

Das Ereignis beschäftigte über Wochen hinweg Politiker und Diplomaten der USA und DDR.

Besondere Bedeutung gewann der Vorfall auch deshalb, weil die DDR versuchte, direkte Verhandlungen mit den USA zu erzwingen und damit ihre internationale Anerkennung stärken wollte. Die USA lehnten dies jedoch ab und wandten sich stattdessen an die Sowjetunion. Diese wiederum verwies auf die Zuständigkeit der DDR und lehnte eine Vermittlung ab.

Letztlich wurden die neun US-Soldaten nach Verhandlungen auf Ebene des amerikanischen und des ostdeutschen Roten Kreuzes freigelassen.

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Am 19. Juli 1958, also rund 43 Tage nach ihrer unbeabsichtigten Landung auf DDR-Gebiet, konnten die Männer die DDR wieder verlassen.

Titelfoto: Bundesarchiv/Bild 183-56913-0006/Sturm, Horst/CC-BY-SA 3.0/CC BY-SA 3.0 DE/Wikimedia Commons

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