Heute vor 66 Jahren geschah eines der fatalsten Unglücke der DDR

Heute vor 66 Jahren, am 22. Februar 1960, kam es im Steinkohlenwerk "Karl Marx" in Zwickau zum größten Grubenunglück der DDR. 123 Menschen kamen dabei ums Leben.

Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.

Zum Rettungstrupp gehörten auch tschechoslowakische Bergmänner.
Zum Rettungstrupp gehörten auch tschechoslowakische Bergmänner.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0/Bundesarchiv

Als die 178 Bergmänner morgens zur Frühschicht im Steinkohlenwerk Karl Marx in Zwickau antraten, war noch alles normal. Doch schon wenig später sollte sich alles ändern und der Arbeitstag in die Geschichte eingehen.

Um 8.20 Uhr kam es in der 1. Abteilung zu einer Explosion, die einen Grubenbrand auslöste. Zahlreiche Bergmänner waren daraufhin in rund 1100 Meter Tiefe verschüttet.

Die Rettung gestaltete sich dramatisch: Feuer, stark verqualmte Schächte, Hitze und kaum noch Sauerstoff erschwerten das Vordringen.

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Erst elf Stunden nach Ausbruch des Feuers, als man die Geschehnisse nicht mehr geheim halten konnte, wurde das Unglück durch Nachrichtenagenturen öffentlich bekannt gemacht.

DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl versprach, dass man alles tun würde, um die Männer zu retten. Hilfsangebote aus dem Westen, unter anderem von Grubenwehren aus dem Ruhrgebiet, wurden jedoch abgelehnt.

Nach sechs Tagen gab man auf. Es bestünde keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu bergen. Der Schacht sollte zugemauert werden, um die Flammen zu ersticken und das Bergwerk zu retten.

Zu dem Zeitpunkt wurden insgesamt 17 Menschen tot geborgen, 55 konnten sich selbst retten oder wurden von der Grubenwehr geborgen, 106 weitere galten als vermisst.

Wie kam es zu dem Unglück?

Zur Ursache kursierten anfangs verschiedene, falsche Erklärungen. Sogar ein Erdbeben wurde genannt. Nach der Öffnung des zugemauerten Abschnitts ein Jahr später konnte man neben der Bergung von Toten die Brandursache ermitteln: menschliches Versagen.

Unsachgemäße und fahrlässige Sprengarbeiten führten zu einer Explosion von Schlagwetter, also einem Gemisch aus Methan und Luft, und folglich zu einer Kohlenstaubexplosion.

Das Grubenunglück von Zwickau gilt als generell eine der größten Katastrophen sowie das schwerste Grubenunglück der DDR.

Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0/Bundesarchiv

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