Heute vor 32 Jahren wurde am 16. Februar 1994 in Hamburg-Billstedt der erste Drogenkonsumraum eröffnet. Was kontrovers begann, ist heute in vielen Bundesländern ein wichtiger Bestandteil der akzeptierenden Drogenarbeit.
Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Was sind Fixerräume?
Drogenkonsumräume - auch Fixerstuben, Gifträume oder Druckstuben genannt - sind Einrichtungen in der akzeptierenden Drogenarbeit.
In ihnen können schwerstabhängige Menschen illegale und nicht ärztlich verschriebene Substanzen wie Heroin, Crack oder Kokain konsumieren.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es dabei nicht um die Förderung von Drogenkonsum geht, sondern um Schadensminimierung.
Minderjährigen sowie Erstkonsumierenden sind der Zugang zu Fixerräumen und der dortige Konsum nicht erlaubt.
Welchen Nutzen haben die Einrichtungen?
In Fixerstuben wird ein hygienischerer Konsum ermöglicht. Abhängige erhalten dort steriles Besteck und Handschuhe sowie Pflaster, Tupfer und weitere Utensilien. Aufgrund vermehrter inhalativer Nutzung sind die Konsumplätze außerdem oft mit Lüftungsanlagen ausgestattet.
Zusätzlich werden die Konsumierenden durch Personal beaufsichtigt, die in Notfällen wie einer Überdosis eingreifen können. Dieses ermutigt zudem zur Suchtbehandlung und -therapie.
Mit dieser Maßnahme konnten die Übertragung von Krankheiten wie HIV oder Hepatitis und die Zahl der Todesfälle nachweislich gesenkt werden.
Gleichzeitig findet der Konsum abseits der Öffentlichkeit statt. Parks und Straßen werden weniger belastet und es bleibt weniger gefährlicher Abfall wie benutztes Spritzbesteck zurück.
Geschichte der Fixerstuben
Der weltweit erste Raum dieser Art wurde 1986 in Bern (Schweiz) eröffnet.
In Deutschland öffnete der erste legale Fixerraum 1994. Es war ein mobiler "Gesundheitsraum" in einem ausrangierten Linienbus, der in Hamburg-Billstedt zum Einsatz kam. Unter Anwohnenden kam er zunächst nicht nur positiv an.
Noch im selben Jahr öffnete ein Weiterer in Frankfurt am Main. Zuvor hatte es schon inoffiziell Einrichtungen in Bremen und Bonn gegeben, die Konsum duldeten.
Heute gibt es mindestens 32 deutsche Drogenkonsumräume - in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland.
Weitere Länder können sie mit entsprechender Genehmigung einrichten, in einigen gibt es bereits entsprechende Pläne.