Heute vor 68 Jahren, am 5. Februar 1958, wurde nach einem Unfall eine Wasserstoffbombe von einem Flugzeug abgeworfen und ging verloren. Bis heute ist sie ungeborgen und bedroht eine US-amerikanische Insel.
Welche Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du unter: heute vor … Jahren.
Wie kam es dazu?
Am 5. Februar 1958 ist die Boeing B-47, ein strategischer Bomber der US Air Force, bei einem Übungsflug mit dem Jagdflugzeug F-86 zusammengestoßen.
Dreimal versuchte man zunächst, die beschädigte B-47 zu landen.
Da man bei einem Crash die Explosion des Sprengstoffs riskieren würde, entschloss man sich, die Bombe über dem Wasser - genauer gesagt über der Wassaw Sound, einer Bucht südwestlich der Insel Tybee (Georgia, USA) - abzuwerfen.
Bei einer Fluggeschwindigkeit von etwa 370 Kilometern pro Stunde wurde sie aus 2000 Metern Höhe von Bord geworfen. Zu einer Explosion kam es dabei nicht. Die B-47 konnte anschließend an der Air Force Base im nahegelegenen Savannah (Georgia, USA) landen.
Nach großflächigen Durchsuchungen wurde die Bombe einige Tage später als verschollen erklärt.
Um was für eine Bombe handelt es sich?
Bei der Tybee-Bombe - benannt nach der Insel, in deren Nähe sie verloren gegangen ist - handelt es sich um eine von mindestens sechs verschollenen Kernwaffen der USA.
Die Mark-15-Wasserstoffbombe mit der Seriennummer No. 47782 ist vier Meter lang und 3,5 Tonnen schwer. Mit 180 Kilogramm Sprengstoff und hochangereichertem Uran hat sie eine Sprengkraft von 1,69 bis 3,7 Megatonnen.
Bei einer Explosion soll die Bombe einen Feuerball mit einem Radius von fast zwei Kilometern sowie massive Schäden und Verbrennungen dritten Grades bis in zehnfache Entfernung verursachen können.
Ausgehende Gefahr bis heute?
2001 schätzte die US Air Force mit einer Studie die Gefahr für die Bevölkerung der Region ein.
Demnach soll keine unmittelbare Gefahr bestehen, sofern man die Bombe am Meeresboden lässt. Eine Bergung würde hingegen eine Explosion und somit eine radioaktive Kontaminierung riskieren.
Außerdem soll der nukleare Zünder, ein Plutonium-Auslöser, der für die Explosion notwendig wäre, bei dem Übungsflug mit der Bombe nicht vorhanden gewesen sein. Diesbezüglich herrschte jedoch Uneinigkeit.
In Vergangenheit soll in dem Gebiet höhere Radioaktivität gemessen worden sein, die jedoch bestimmten Mineralien zugesprochen wurde.