Heute vor 16 Jahren: Wie ein Engpass bei der Loveparade zur tödlichen Falle wurde
Heute vor 16 Jahren, am 24. Juli 2010, kam es bei der Loveparade in Duisburg zu einer der schwersten Katastrophen im Zusammenhang mit einer Großveranstaltung in Deutschland - ausgelöst durch extreme Menschenverdichtung an einem engen Zugang. Die Bilanz: 21 Todesopfer und mehrere Hundert Verletzte.
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Die Loveparade gehörte zu den größten Technofestivals weltweit. Sie fand, mit Ausnahme von wenigen Unterbrechungen, jährlich von 1989 bis 2010 statt und zog regelmäßig unzählige Besucher und Besucherinnen an.
Für das Jahr 2010 war die Veranstaltung am 24. Juli auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüter- und Rangierbahnhofs in Duisburg geplant.
Das Areal der Loveparade war nur über wenige Zugänge erreichbar. Besonders eine zentrale Rampe mit Tunnel- und Treppenbereich entwickelte sich im Verlauf des Tages zu einem kritischen Engpass. Dort trafen Menschen, die das Gelände verlassen wollten, auf gleichzeitig ankommende Gäste.
Durch die entgegengesetzten Besucherströme entstand eine extreme Verdichtung. Mit zunehmender Enge wurde die Bewegungsfreiheit der Menschen immer stärker eingeschränkt, bis es zu einer gefährlichen Drucksituation kam.
Fachlich wird ein solches Geschehen heute eher als "Crowd Crush" beschrieben – also als Drucksituation in einer sehr dichten Menschenmenge, und nicht als klassische bzw. individuelle Panikreaktion.
Ursachen und Opfer der Katastrophe
Die Ursachen waren komplex und lassen sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen.
Eine zentrale Rolle spielten das ungünstige Gelände- und Zugangskonzept, die begrenzte Kapazität der Zu- und Abgänge sowie die Steuerung der Besucherströme, die sich im kritischen Bereich als nicht ausreichend erwies, um die entstehende Dichte rechtzeitig zu reduzieren oder umzuleiten.
Hinzu kamen Kommunikations- und Abstimmungsprobleme zwischen Veranstaltern und Einsatzkräften sowie eine insgesamt sehr hohe Besucherzahl, die die geplanten Kapazitäten des Geländes belastete.
Die Veranstaltung wurde während des laufenden Geschehens abgebrochen. Rettungskräfte waren unter schwierigen Bedingungen im Einsatz, da der betroffene Bereich zeitweise nur eingeschränkt zugänglich war.
Bei dem Unglück wurden die Menschen erdrückt oder niedergetrampelt - 21 davon starben, mehrere hundert weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Einige wenige Überlebende sollen nach dem Ereignis Suizid begangen haben.
Die Katastrophe führte zu umfangreichen Ermittlungen gegen mehrere Beteiligte. Das anschließende Strafverfahren zog sich über viele Jahre und wurde schließlich ohne rechtskräftige Verurteilungen abgeschlossen.
Gleichzeitig löste das Unglück eine intensive Diskussion über Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen aus, wobei besonders das Management von Besucherströmen und die Bewertung von Engstellen an Bedeutung gewonnen haben.
Titelfoto: Erik Wiffers/dpa
