Heute vor 28 Jahren: Das Zugunglück in Eschede riss 101 Menschen in den Tod

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Heute vor 28 Jahren, am 3. Juni 1998, geschah im niedersächsischen Eschede der bislang schwerste Eisenbahnunfall der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland – ein ICE entgleiste, 101 Menschen verloren ihr Leben.

Welche katastrophalen Ereignisse sich außerdem jähren, erfährst Du hier: heute vor ... Jahren.

Bei dem Zugunglück in Eschede kamen über 100 Menschen ums Leben.
Bei dem Zugunglück in Eschede kamen über 100 Menschen ums Leben.  © Ingo Wagner/dpa

Am 3. Juni 1998 verließ der ICE 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" planmäßig den Bahnhof in München auf dem Weg nach Hamburg. Gegen 10.59 Uhr erreichte der Zug Eschede (Landkreis Celle, Niedersachsen), nachdem nur wenige Minuten zuvor bei einer Geschwindigkeit von etwa 200 Kilometern pro Stunde eines der vorderen Räder gebrochen war.

Der Bruch führte dazu, dass das Rad aus der Führung sprang und sich in den Unterbau des Zuges bohrte. In der Folge entgleiste der ICE und traf die Fahrbahnträger einer Betonbrücke, die über die Schienen führte.

Die Brücke stürzte daraufhin ein, Trümmer fielen auf mehrere Wagen und führten zu massiven Zerstörungen, insbesondere im hinteren Bereich des Zuges. Dort waren letztlich auch die meisten Todesopfer zu beklagen.

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Die Entgleisung setzte sich über etwa 100 Meter fort, während mehrere Waggons wie eine Ziehharmonika ineinander geschoben wurden.

Ursache des Eisenbahnunfalls von Eschede

Notfallkräfte und Rettungsdienste waren innerhalb weniger Minuten vor Ort, mussten Überlebende aus eingeklemmten Wagen evakuieren und die verletzten Passagiere medizinisch versorgen. Anschließend wurde mit der Bergung der Todesopfer begonnen.

Die Unfallursache wurde in den folgenden Untersuchungen klar: Das defekte Rad, das durch Materialermüdung und - im Rahmen der üblichen Wartungen - nicht erkannte Mikrorisse geschwächt war, war der primäre Auslöser für die Katastrophe.

Die darauffolgenden Kettenreaktionen aus Entgleisung, Brückeneinsturz und Zusammenstoß einiger Waggons führten am Ende zu der hohen Zahl von 101 Todesopfern und 105 Verletzten.

Folgen für Infrastruktur und Bahnsicherheit

Die Entgleisung verursachte massive Schäden an Gleisen und Bahnanlagen. Nach dem Unglück verschärfte die Deutsche Bahn die Sicherheitskontrollen, Radprüfungen sowie Wartungsstandards, überarbeitete Notfall- und Evakuierungskonzepte und passte das ICE-Design an höhere Sicherheitsstandards an. Auch die Überwachung von Hochgeschwindigkeitsstrecken wurde intensiviert.

Durch eine minimale Fahrplanabweichung wurde eine noch größere Katastrophe verhindert: Der in Gegenrichtung fahrende ICE 787 passierte die Unglücksstelle knapp zwei Minuten vor dem entgleisten ICE 884. Eigentlich hätten sich beide Züge dort getroffen - doch weil einer leicht verspätet und der andere etwas zu früh war, kam es nicht zu einem Zusammenstoß.

Titelfoto: Ingo Wagner/dpa

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