Bagger rollten an, Betonsegmente fielen: Heute vor 36 Jahren, am 28. April 1990, begann rund um das Brandenburger Tor der offizielle Abriss der Berliner Mauer. Zahlreiche Menschen verfolgten vor Ort, wie ein weiteres Stück der jahrzehntelangen Teilung verschwand.
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Bereits am 19. Februar 1990 waren in der Nähe des Brandenburger Tors erste Mauersegmente entfernt worden. DDR-Grenztruppen bauten einen rund 170 Meter langen Abschnitt der Betonmauer ab. An dieser Stelle wurde zunächst ein provisorischer Zaun errichtet.
Die Arbeiten fanden somit bereits wenige Monate nach der Grenzöffnung am 9. November 1989 statt und machten erstmals sichtbar, dass die bauliche Trennung der Stadt tatsächlich verschwand.
Am 28. April 1990 wurden die Demontagearbeiten im Bereich des Brandenburger Tors fortgesetzt. Baugeräte entfernten weitere Teile der Betonsegmente und der Grenzanlagen, die seit 1961 die innerstädtische Grenze zwischen Ost- und West-Berlin geprägt hatten.
Etliche Berlinerinnen und Berliner beobachteten den Abriss. Der Rückbau der Mauer im historischen Zentrum der Stadt hatte für viele von ihnen eine starke symbolische Bedeutung.
Fun Fact: Einige Mauerreste wurden als Souvenirs oder Kunstobjekte ins Ausland verkauft, andere unter Denkmalschutz gestellt. Der Großteil wurde zerkleinert und als Baustoff verwendet - noch heute steckt der Bauschutt in manchem Berliner Straßenbelag.
Das Brandenburger Tor als Symbol der Teilung
Das Brandenburger Tor gehörte während der Zeit der deutschen Teilung zu den bekanntesten Orten der innerstädtischen Grenze. Es befand sich seit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 in einem besonders streng gesicherten Abschnitt des Sperrstreifens und war für die Öffentlichkeit jahrzehntelang unzugänglich.
Die Grenzanlagen trennten die Stadt in zwei politische Systeme: die DDR im Osten und die Bundesrepublik Deutschland im Westen.
Nach der Öffnung der Grenze entwickelte sich der Platz wieder zu einem zentralen Treffpunkt in Berlin.
Der Mauerabriss als Schritt auf dem Weg zur Wiedervereinigung
Der Abbau der Grenzanlagen setzte sich im Laufe des Jahres 1990 an vielen Stellen in der Stadt fort. Das gesamte Grenzsystem um West-Berlin umfasste etwa 184 Kilometer aus Mauern, Zäunen und weiteren Sicherungsanlagen.
Damit der Alltag in Berlin möglichst ungestört blieb, erfolgten die Abrissarbeiten ausschließlich nachts. Insgesamt wurden rund 3000 Tonnen Stahlbeton abgetragen.
Mit dem fortschreitenden Rückbau verschwanden die sichtbaren Spuren der Teilung zunehmend aus dem Stadtbild. Am 3. Oktober 1990 trat schließlich die deutsche Wiedervereinigung in Kraft und beendete offiziell die Trennung Deutschlands.
Das Brandenburger Tor entwickelte sich danach zu einem Wahrzeichen der deutschen Einheit und Überwindung von Grenzen.