Heute vor 508 Jahren: Eine Frau begann zu tanzen - dann geriet eine ganze Stadt außer Kontrolle

Heute vor 508 Jahren, am 14. Juli 1518, begann eine Frau mitten auf der Straße zu tanzen. Nicht nur für ein paar Minuten, sondern über Tage hinweg. Wenig später schlossen sich weitere Menschen an. Was damals im Sommer 1518 in Straßburg (Frankreich) geschah, gehört bis heute zu den rätselhaftesten Ereignissen der europäischen Geschichte.

Viele weitere zum Teil mysteriöse Ereignisse findest Du hier: heute vor ... Jahren.

Bürger von Straßburg im Jahr 1518 tanzten während der "Tanzwut" inmitten von Gräbern auf einem Friedhof.  © Unbekannter Autor/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons

Es klingt wie die Handlung eines Spielfilms, soll sich im Sommer 1518 aber tatsächlich ereignet haben: Am 14. Juli hat eine Straßburgerin, die in späteren Quellen als Frau Troffea bezeichnet wird, ohne erkennbaren Anlass begonnen zu tanzen. Das Außergewöhnliche daran war, dass sie offenbar nicht mehr damit aufhörte.

In den folgenden Wochen sollen sich zahlreiche weitere Menschen angeschlossen haben. Wie viele Personen tatsächlich betroffen waren, ist unklar. Manche Überlieferungen sprechen von mehreren Hundert Beteiligten, doch die genaue Zahl lässt sich heute nicht mehr überprüfen.

Die Bewohner und Bewohnerinnen sowie die Behörden standen vor einem Rätsel. Zunächst wurde offenbar versucht, mit den verfügbaren Mitteln zu reagieren. Demnach wurden zeitweise Musiker engagiert und Orte zum Tanzen bereitgestellt.

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Die Idee dahinter: Betroffene sollten sich austanzen können. Ob diese Maßnahmen tatsächlich wie beschrieben umgesetzt wurden, lässt sich heute nicht in allen Details nachweisen.

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Was könnte hinter der Tanzwut gesteckt haben?

Bis heute gibt es keine eindeutige Erklärung. Historiker und Medizinerinnen diskutieren verschiedene Theorien.

Besonders häufig wird eine sogenannte psychogene Massenerkrankung genannt. Dabei können starke Belastungen innerhalb einer Gemeinschaft zu ungewöhnlichen körperlichen oder psychischen Reaktionen führen. Immerhin war das frühe 16. Jahrhundert von Krankheiten, Unsicherheit, Missernten und religiösen Ängsten geprägt.

Häufig wird auch der Biss einer Wolfsspinne sowie eine Vergiftung durch Mutterkorn ins Spiel gebracht - einen Pilz, der Getreide befallen kann und Stoffe enthält, die neurologische Symptome auslösen können. Diese Vermutung wird in der neueren Forschung jedoch meist zurückhaltender bewertet, da sie nicht alle überlieferten Beobachtungen überzeugend erklärt.

Unter den Betroffenen soll es zu schwerer Erschöpfung gekommen sein. Ob tatsächlich Menschen infolge des ununterbrochenen Tanzens starben, lässt sich anhand der vorhandenen Dokumente nicht sicher belegen.

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Ob die Betroffenen tatsächlich ununterbrochen tanzten, wie viele Menschen beteiligt waren oder welche Folgen das Ereignis genau hatte, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit beantworten. Die Quellenlage ist begrenzt und teilweise widersprüchlich.

Fest steht jedoch: Die Straßburger Tanzwut von 1518 gehört zu den ungewöhnlichsten dokumentierten Ereignissen der europäischen Geschichte. Gerade weil viele Fragen offen bleiben, fasziniert sie viele Menschen bis heute.

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