Heute vor 117 Jahren, am 18. Juli 1909, ereignete sich in der Hauptstadt eines der schwersten Unglücke der damaligen Sportgeschichte. Bei einem Radrennen in Berlin-Schöneberg geriet ein Motorrad außer Kontrolle – mit verheerenden Folgen für die Zuschauer.
Bewegende Momente der Geschichte gibt es hier: heute vor ... Jahren.
Zahlreiche Menschen strömten am 18. Juli 1909 zur Eröffnung der Berliner Radrennbahn im damaligen Sportpark "Alter Botanischer Garten". Auf dem Programm stand ein Steherrennen. Dabei kämpfen die Radfahrer im Windschatten hinter motorisierten Schrittmachern um hohe Geschwindigkeiten.
Während des Rennens kam es zum Unglück: Ein Schrittmacher verlor die Kontrolle über seine Maschine, die über die Begrenzung der Bahn hinaus geriet und in die Zuschauertribüne prallte.
Der Benzintank der Maschine explodierte und das austretende Benzin entzündete sich. Schnell griff das Feuer auf Teile des Zuschauerbereichs über.
Die Rettungskräfte standen damals vor großen Herausforderungen. Moderne Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen wie Absperrungen, Fluchtwege oder umfassende Rettungsstrukturen waren keineswegs mit heutigen Standards vergleichbar.
Sechs Menschen starben noch am Unfallort. Mindestens drei weitere erlagen später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Mehr als 40 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt und erlitten Verbrennungen durch das lodernde Benzin.
Rennbahnkatastrophe von Berlin: Welche Folgen hatte das Unglück?
Die Rennbahnkatastrophe führte zu Diskussionen über die Sicherheit bei Sportveranstaltungen. Besonders der Einsatz von Motorrädern bei Steherrennen und die Schutzmaßnahmen für Zuschauer standen im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
In Preußen wurden Rennen mit Motorschrittmachern zunächst verboten. Nur wenige Wochen später wurden sie jedoch unter veränderten Bedingungen wie beispielsweise einer Geschwindigkeitsbeschränkung wieder zugelassen.
Die Radrennbahn "Botanischer Garten" wurde nach dem Unglück nicht weiter genutzt und im Frühjahr 1910 abgerissen. Später legte man auf dem Gelände die Grünanlage Heinrich-von-Kleist-Park an.