Heute vor 853 Jahren: Ein Bauprojekt startete - und schrieb durch seine Schieflage Geschichte

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Heute vor 853 Jahren, am 9. August 1173, wurde der Grundstein für den Schiefen Turm von Pisa gelegt. Damals ahnte niemand, dass aus dem neuen Glockenturm einmal eines der berühmtesten Bauwerke der Welt werden würde. Ausgerechnet ein Baufehler machte ihn unsterblich.

Bauliche und technische Meisterwerke der vergangenen Jahre gibt es hier: heute vor ... Jahren.

Der Schiefe Turm im Ensemble der Piazza dei Miracoli in Pisa.
Der Schiefe Turm im Ensemble der Piazza dei Miracoli in Pisa.  © TAG24/AN

Pisa zählte im 12. Jahrhundert zu den bedeutendsten Seerepubliken und wollte mit dem Bauwerk seinen Reichtum, seine religiöse Bedeutung und seine politische Stärke zeigen.

Errichtet wurde der frei stehende Glockenturm (auch Campanile genannt) aus hellem Marmor auf einem Fundament aus Sand, Lehm und Ton.

Bereits während der ersten Bauphase zeigte sich, dass der weiche Untergrund dem Gewicht des Marmorturms nicht dauerhaft standhalten würde. Das Fundament senkte sich ungleichmäßig ab und das Bauwerk begann, sich sichtbar zur Seite zu neigen.

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Ein Abbruch hätte aber nicht nur einen finanziellen Verlust bedeutet, sondern auch einen Imageschaden.

Somit gingen die Bauarbeiten zwar weiter, wurden jedoch trotzdem in den folgenden Jahrzehnten mehrfach unterbrochen - unter anderem infolge kriegerischer Konflikte. Diese langen Pausen erwiesen sich im Nachhinein sogar als entscheidender Vorteil: Der Boden hatte immer wieder Zeit, sich zu setzen. Dadurch konnte der Bau trotz der Schieflage fortgesetzt werden.

Bis der etwa 56 Meter hohe Turm mit seinen sieben Glocken vollendet war, vergingen allerdings fast 200 Jahre. Erst 1372 war der Bau abgeschlossen.

Wie Ingenieure den Schiefen Turm von Pisa retteten

Über die folgenden Jahrhunderte nahm die Schieflage weiter zu, sodass der Turm zeitweise als einsturzgefährdet galt. Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen zwischen 1990 und 2001 sorgten schließlich dafür, dass die Schieflage verringert und das Wahrzeichen stabilisiert werden konnte. Währenddessen blieb der Turm für Besucher geschlossen.

Zunächst sicherten Ingenieure das Bauwerk mit Stahlseilen und Gegengewichten. Anschließend entfernten sie kontrolliert Erde unter der höher gelegenen Fundamentseite. Dadurch verringerte sich die Neigung des Turms, ohne seine historische Bausubstanz zu verändern.

Seit Abschluss der Arbeiten gilt der Schiefe Turm von Pisa als standsicher und kann wieder bestiegen werden.

Fun Fact: Eine berühmte Legende erzählt, dass Galileo Galilei am Schiefen Turm von Pisa Fallversuche mit Kugeln durchgeführt habe, um Erkenntnisse über die Bewegung von Körpern zu gewinnen. Historisch eindeutig belegt ist diese Episode jedoch nicht.

Gemeinsam mit dem Dom, dem Baptisterium (Taufkirche des Doms) und dem Camposanto Monumentale (Friedhofsanlage) bildet der Schiefe Turm das Ensemble der Piazza dei Miracoli (dt. Platz der Wunder), das seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Glockenturm zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Italiens und zieht jedes Jahr Besucher aus aller Welt an.

Die Grundsteinlegung vor über 850 Jahren markiert damit den Beginn einer Baugeschichte, die eindrucksvoll zeigt, wie aus einer technischen Herausforderung eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt entstand.

Titelfoto: TAG24/AN

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