Heute vor 42 Jahren: Ein Stier beendete seine Karriere – was er danach tat, überraschte

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Heute vor 42 Jahren, am 22. September 1984, beendete ein Stierangriff seine Karriere – und Jahre später kämpft ausgerechnet das Opfer gegen den Stierkampf. Doch die berühmteste Geschichte über Álvaro Múnera ist gar nicht wahr.

Bewegende Schicksale aus aller Welt gibt es hier: heute vor ... Jahren.

Álvaro Múnera vor und nach seinem Stierkampf-Unglück.
Álvaro Múnera vor und nach seinem Stierkampf-Unglück.  © Fotomontage: Screenshot/Instagram/conductoressinlicencia, Screenshot/Instagram/alvaromuneramed

Múnera wuchs in Medellín (Kolumbien, Südamerika) auf und begann bereits als Jugendlicher mit dem Stierkampf. Unter dem Spitznamen "El Pilarico" (zu Deutsch etwa "die kleine Säule" oder "der kleine Pfeiler") feierte der Torero in seiner Heimat schon mehrere Erfolge.

Schließlich erhielt er die Möglichkeit, in Spanien aufzutreten, wohin er im März 1984 auch reiste. Dort bestritt er insgesamt 22 Stierkämpfe - bis der 22. September 1984 kam.

In der Arena von Munera in der Provinz Albacete wurde Múnera von einem Stier namens Terciopelo erfasst und durch die Luft geschleudert. Beim Aufprall auf den Boden verletzte sich der Torero schwer an der Halswirbelsäule und brach sich den fünften Halswirbel.

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Die Verletzung des Rückenmarks blieb dauerhaft, und Álvaro Múnera kann seitdem nicht mehr laufen. Er war damals noch keine 20 Jahre alt.

Vom Torero zum Stierkampfgegner

Nach dem Unfall wurde Múnera zunächst in Spanien behandelt. Vier Monate später kam er zur weiteren Behandlung und Rehabilitation nach Florida (USA), wo er sich an den Umgang mit sowie an ein Leben im Rollstuhl gewöhnen musste.

In den folgenden Jahren veränderte sich seine Einstellung zum Stierkampf allerdings grundlegend. Er wurde zum Kritiker der sogenannten Tauromaquia (dt. Stierkampf) und engagierte sich für den Schutz von Tieren. Eine wesentliche Rolle soll dabei auch der Tod seines engen Freundes und ehemaligen Kollegen José Cubero "El Yiyo", der 1985 bei einem Stierkampf tödlich verletzt wurde, gespielt haben.

Múnera fasste seinen Sinneswandel später etwa so zusammen: Er erkannte, dass er den Tieren etwas angetan hatte, das ihm am Ende selbst durch den Stier widerfahren war.

Fakt oder Lüge: Die berühmte Geschichte vom "Moment der Reue"

Besonders häufig wird im Internet ein Foto verbreitet, das angeblich Álvaro Múnera zeigt, wie er während eines Stierkampfes vor einem Stier sitzt und innehält, plötzlich Reue empfindet und seine Karriere daraufhin beendet. Das ist falsch und so nicht passiert.

Auf dem Foto ist der spanische Torero Francisco Javier Sánchez Vara in einer typischen Matador-Pose zu sehen.

Nach seiner Rückkehr nach Medellín engagierte sich Álvaro Múnera zunächst für Menschen mit Behinderungen und zog 1997 in den Stadtrat ein. Später widmete er sich verstärkt dem Tierschutz und engagierte sich bei FAUNA gegen Tierquälerei und den Stierkampf. Seine Vergangenheit als Torero machte ihn dabei zu einer umstrittenen Figur: Anhänger des Stierkampfs bezeichneten ihn als Verräter.

Titelfoto: Fotomontage: Screenshot/Instagram/conductoressinlicencia, Screenshot/Instagram/alvaromuneramed

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