Heute vor 56 Jahren: Zwei Bombenexplosionen, ein Flugzeugabsturz

Heute vor 56 Jahren, am 21. Februar 1970, waren gleich zwei aus Deutschland startende Flugzeuge Ziel eines mutmaßlichen Terroranschlags. Nur für die Insassen einer dieser Maschinen ging das Unglück glimpflich aus.

Welche Ereignisse sich noch jähren, erfährst Du auf: heute vor … Jahren.

Erste Explosion: Bombe im Flugzeug der Austrian Airlines Caravelle

Anders als die Insassen des österreichischen Flugzeugs hatten die Passagiere des Swissair Flugs 330 kein Glück.
Anders als die Insassen des österreichischen Flugzeugs hatten die Passagiere des Swissair Flugs 330 kein Glück.  © Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0/ETH-Bibliothek Zürich/Comet Photo AG

Am 21. Februar 1970 startete ein Flugzeug der Austrian Airlines Caravelle OE-LCU von Frankfurt am Main nach Wien, um bereits nach etwa 20 Minuten wieder umzudrehen.

Grund dafür war eine Bombenexplosion im vorderen Frachtraum. Dabei wurde ein 90 mal 60 Zentimeter großes Loch in die Maschine gerissen.

Der Pilot schaffte es, den schwer beschädigten Flieger in der Luft zu halten und sicher zu landen. Alle 33 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder überlebten diesen Angriff.

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Beabsichtigt war diese Bombe wohl eigentlich für ein anderes Flugzeug, das direkt nach Tel Aviv flog.

Die israelische Airline soll jedoch die Mitnahme des Gepäcks aufgrund von strengeren Sicherheitsmaßnahmen verweigert haben, sodass die Fracht mit einem Umweg über Wien nach Tel Aviv geschickt wurde.

Am Frankfurter Flughafen wurde das verdächtige Transportgut dagegen nicht entdeckt.

Zweite Explosion: Swissair Flug 330

Am selben Tag kurz darauf kam es beim Swissair Flug 330 von Zürich nach Tel Aviv zu einer zweiten Bombenexplosion. In der Convair CV-990 Coronado, in der 38 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder mitflogen, befand sich eine Bombe, die mutmaßlich ebenfalls der israelischen Fluggesellschaft galt.

Als man nach der Explosion einen Druckabfall bemerkte, versuchte der Pilot, zu einer Notlandung anzusetzen.

Wegen starker Rauchentwicklung verlor er jedoch die Kontrolle, sodass es zu einem Absturz kam, bei dem alle 47 Menschen an Bord starben.

An der Absturzstelle im Unterwald bei Würenlingen entstand durch den Aufprall ein sechs Meter breiter, drei Meter tiefer und 95 Meter langer Krater.

Tonaufnahme des eindringlichen Austauschs zwischen Pilot und Flugsicherungszentrale

Wer steckte hinter den Anschlägen?

Bei den Bombenexplosionen soll es sich um Terroranschläge der palästinensischen Gruppe Generalkommando der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP-GC) gehandelt haben. Als Hintergrund gilt der noch immer anhaltende Nahostkonflikt.

Zunächst übernahm ein Sprecher der Terrororganisation PFLP-GC Verantwortung für die Tat. Anschlagsziel wäre ein israelischer Beamter gewesen, der an Bord gewesen sein soll. Nur Stunden später stritt die Gruppe das jedoch ab.

Weitere Anklageerhebungen und Verfahren - auch Jahre später - wurden eingestellt.

Aufgrund solcher Vorfälle haben sich mit den Jahrzehnten strenge Sicherheitsvorkehrungen entwickelt.
Aufgrund solcher Vorfälle haben sich mit den Jahrzehnten strenge Sicherheitsvorkehrungen entwickelt.  © 123rf/mhcollection

Im Herbst 1970 wurden die Flughäfen Genf und Zürich von Truppen der Schweizer Armee bewacht. Erst mit der Zeit und als Folge weiterer Entführungen und Angriffe entwickelten sich allmählich strengere Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen, wie man sie heute kennt.

Titelfoto: Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0/ETH-Bibliothek Zürich/Comet Photo AG

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