Mann vor Supermarkt niedergeschossen: Mordanklage nach "Strafaktion"

Von Anne Baum

Berlin - Nach Schüssen auf einen Mann vor einem Supermarkt stehen zwei Angeklagte vor dem Berliner Landgericht.

Zu den Schüssen kam es im Oktober 2025 an der Straße Alt-Mariendorf.  © Michael Ukas/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchten Mord vor. Bei dem Angriff auf das damals 45 Jahre alte Opfer soll es sich laut Staatsanwaltschaft um eine "Strafaktion" gehandelt haben. Es sei um vermeintliche Schulden eines Geschäftsmannes gegangen. Die Angeklagten im Alter von 21 und 24 Jahren haben zu Prozessbeginn zunächst geschwiegen.

Sie sollen sich am 22. Oktober 2025 mit weiteren Komplizen mit dem 45-Jährigen und dessen Sohn auf einem Supermarktparkplatz im Stadtteil Mariendorf verabredet haben. Am Vortag seien Vater und Sohn als Familienmitglieder des angeblichen Schuldners bedroht worden.

Die aus der Türkei stammenden Angeklagten hätten laut Ermittlungen verlangt, den Aufenthaltsort des türkischen Geschäftsmannes zu nennen – ohne Erfolg.

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Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein bislang unbekannter Mann den Auftrag erteilt hatte, die Schulden des Geschäftsmannes einzutreiben. Bei dem Treffen auf dem Parkplatz hätten die Angeklagten und ein Mittäter beschlossen, Schüsse abzugeben - "im Rahmen einer Strafaktion und um Zahlungsdruck auf den Schuldner auszuüben", heißt es in der Anklage.

Gegen 20.30 Uhr seien die mutmaßlichen Angreifer eingetroffen. Sie hätten unvermittelt mehrere Schüsse auf den 45-Jährigen abgefeuert. Drei Kugeln hätten ihn getroffen, zwei davon in den Oberkörper. In der Annahme, er sei tödlich verletzt, seien die Täter geflohen, so die Anklage. Er konnte durch eine Operation gerettet werden.

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22 Projektile an Bushaltestelle sichergestellt

Ein Polizeibeamter sagte als erster Zeuge, auf dem Parkplatz und an einer angrenzenden Bushaltestelle seien 22 Projektile sichergestellt worden. "Sie stammten aus drei verschiedenen Waffen."

Knapp zwei Wochen nach der Tat wurde der 24-Jährige festgenommen. Der 21-Jährige wurde Anfang Dezember zunächst wegen anderer Vorwürfe verhaftet. Für den Prozess sind bislang 13 weitere Tage bis zum 28. Juli terminiert.

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