Chemnitz - Er soll die 91-jährige Klara Liane M. in einem Chemnitzer Pflegeheim brutal erdrosselt haben. Dem mutmaßlichen Täter - ein Mitarbeiter der Einrichtung - wurde eine psychische Störung attestiert. Doch beim Prozessauftakt am Donnerstag sorgten die Zeugenaussagen für ein gegenteiliges Bild.
Was Staatsanwalt Carsten Schönfeld (37) in der Antragsschrift des Sicherungsverfahrens verlas, hatte es in sich. So soll der damalige Pflege-Azubi im Pflegeheim "Haus Steinbachhof" am Mittag des 18. Januar in das Zimmer der betagten Dame gegangen sein, "um diese auftragsgemäß für die Mittagsruhe vorzubereiten", so Schönfeld.
Nach sechs Minuten erdrosselte Mouemen A. (23) laut Antragsschrift die Rentnerin mit einem Teil ihres Schlafanzuges im Badezimmer.
So grausam die Tat war, so rätselhaft waren die Zeugenaussagen am Donnerstag vor dem Chemnitzer Landgericht. Sowohl ehemalige Kollegen als auch ein Bekannter haben den jungen Mann als sehr ruhig und verschlossen wahrgenommen.
Zu keinem Zeitpunkt soll es zu einem aggressiven Verhalten gekommen sein.
Pflegerin über mutmaßlichen Killer: "Wohlgefühlt hat er sich nicht wirklich bei uns"
Allerdings gab es auch Schattenseiten: So soll der Kollege laut einer Pflegerin sehr eigenbrötlerisch und still gewesen sein.
Seine Arbeit hatte er ausgeführt. Aber: "Wohlgefühlt hat er sich nicht wirklich bei uns", so die Zeugin.
Nachdem eine Pflegerin am Tattag gesehen hatte, wie sich der mutmaßliche Totschläger über den leblosen Körper der Rentnerin beugte, rief sie sofort die Polizei. Mouemen ließ sich widerstandslos festnehmen.
Bisher hatte Mouemen kein Wort gesagt. Auch beim Prozessbeginn ließ sein Verteidiger verlauten: "Der Angeklagte wird sich schweigend verteidigen." Die Verhandlung wird am 25. Juni fortgesetzt.