Cuttermesser-Attacke: Was die Ex-Freundin des Täters vom Tatabend berichtet
Dresden - Prozess um die Cuttermesser-Attacke in der Straßenbahn. Der Amerikaner John Rudat (20) griff ein, als Lisa K. (18, Name geändert) von ihrem damaligen Freund attackiert wurde. Dafür wurde der Rettungssanitäter nicht nur angegriffen, sondern auch noch schwer an der Nase verletzt. Im Prozess gegen die beiden Täter sagte auch Lisa aus.
Die Frau war damals mit ihrem Freund Majd A. (22) und anderen Freunden, darunter Ismail A. (21), in die Linie 7 am Albertplatz eingestiegen.
"Davor gab es schon Streit", so Lisa. "Ich wollte eigentlich nach Hause mit einer anderen Bahn." Lisa setzte sich weg von der Truppe, aber Majd kam hinterher. Das Paar stritt lautstark. Dabei wurde Majd handgreiflich. "Ich wollte gehen, da hat er mich auf den Sitz geschmissen", so Lisa.
Der Amerikaner habe sich eingemischt, "weil Majd so aggressiv war".
Während der Schlägerei der Männer kam plötzlich der nun mitangeklagte Ismail dazu.
"Der hatte ein Cuttermesser in der Socke. Das hatte er uns vorher gezeigt", so die Zeugin, die den entscheidenden Schlag nicht gesehen haben will.
Der Prozess wird fortgesetzt
Laut Anklage schlug Ismail mit dem Werkzeug John ins Gesicht, trennte ihm dabei beinahe die Nase ab.
Der Amerikaner musste operiert werden, trägt jetzt massive Narben. "Wir sind dann alle aus der Bahn geflohen", so Lisa.
Noch in der Nacht wurde Majd gefasst. Er kam zwar kurz wieder auf freien Fuß, sitzt aber seit Ende August 2025 in U-Haft. Die Polizei erkannte Ismail auf den Überwachungsvideos, suchte nach ihm per Öffentlichkeitsfahndung, worauf er sich selbst stellte. Auch er ist seither in U-Haft.
Im Prozess gestanden beide, erklärten aber, ob ihres Alkohol- und Drogenkonsums, kaum Erinnerungen zu haben.
Lisa ist inzwischen von Majd getrennt, beschrieb ihn aber als hilfsbereit. Er habe immer auf sie aufgepasst.
Der Prozess wird fortgesetzt. Auch John Rudat soll noch aussagen.
Titelfoto: Bildmontage: Steve Schuster, Steffen Füssel

