Eigenes Baby sexuell missbraucht und Fotos verschickt: Eltern weinen bei Urteilsverkündung
Von Lukas Fortkord
Alles in Kürze
- Elternpaar verurteilt wegen sexuellem Missbrauch des Babys
- Drei Jahre und zehn Monate Haft für beide Elternteile
- Taten zogen sich über zwei Jahre hinweg
- Mutter verschickte kinderpornografische Aufnahmen an Familienmitglieder
- Urteil ist noch nicht rechtskräftig
Frankfurt am Main - Das Landgericht Frankfurt hat ein Elternpaar wegen des sexuellen Missbrauchs ihres Babys und des Besitzes sowie der Verbreitung von Kinderpornografie zu jeweils drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 31-jährige Mann und die 28-jährige Frau in ihrer Frankfurter Wohnung den Jungen mehrere Male im Intimbereich in sexueller Weise berührt und dies mit dem Handy aufgenommen haben.
Insbesondere die Mutter verschickte demnach die Videos und Bilder an Familienmitglieder.
Das Kind war zum frühesten Zeitpunkt der Taten im November 2021 zwei Monate alt, die Taten zogen sich über einen Zeitraum von rund zwei Jahren.
Laut der Verteidigung der Eltern waren sich die beiden keines Unrechts bewusst. Die Mutter habe keine eigene sexuelle Motivation bei den Handlungen gehabt und habe gedacht, dass was sie tut, sei "normal", erklärte ihr Verteidiger in seinem Plädoyer.
Heute sei sie sich ihrer strafbaren Handlungen bewusst. Unter anderem die Präsentation der Geschlechtsteile des Sohnes sei aus "Freude und Stolz" geschehen.
Beide Elternteile brachen in Tränen aus, als die Verteidiger ihre Plädoyers vortrugen.

Angeklagte sagte, sie kämpfe mit Suizidgedanken
Die Vorsitzende Richterin erläuterte in der Urteilsbegründung, es sei schwer nachvollziehbar, dass zwei erwachsene Menschen "nicht mitbekommen haben sollen, dass Kinderpornografie nicht erlaubt ist". Auch sei die eigene Familie kein rechtsfreier Raum.
In ihrem letzten Wort erklärte die Angeklagte, dass es ihr leidtue und sie mit Suizidgedanken kämpfe, weil ihre Kinder nicht mehr bei ihr sind. "Niemals wollte ich meinem Baby schaden", sagte sie. Ihr Mann sagte, dass er seine Taten zutiefst bereue.
Die kinderpornografischen Aufnahmen waren zufällig während einer Wohnungsdurchsuchung im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Sozialleistungsbetrugs gefunden worden. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig.
Titelfoto: 123rf/karelia89