Frauen betäubt und stundenlang vergewaltigt: Serientäter verurteilt

Von Sabine Maurer

Frankfurt am Main - Ein 44-jähriger Serienvergewaltiger, der Frauen betäubt und dann missbraucht hat, ist am Freitag zu 14 Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Prozess vor dem Frankfurter Landgericht gegen einen Serienvergewaltiger endete am Freitag mit einem Schuldspruch.  © Helmut Fricke/dpa

Das Frankfurter Landgericht sprach ihn unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes, besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Der Mann sei für die Allgemeinheit gefährlich, daher werde zudem Sicherungsverwahrung angeordnet, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer. An seine Opfer muss der Verurteilte Beträge in jeweils fünfstelliger Höhe zahlen.

Mehr als drei Jahre lang hatte der chinesische Staatsangehörige im Rhein-Main-Gebiet sowie in Nürnberg, Göttingen und Mannheim Frauen massiv betäubt und sie dann über Stunden vergewaltigt.

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Bei einer Vergewaltigung in Nürnberg lag das Baby der Frau im selben Zimmer. Vier der Frauen brachte der Mann durch die Sedierung in Todesgefahr. Laut Urteil filmte er die Taten und teilte die Aufnahmen - versehen mit prahlerischen Bemerkungen - später im Chat mit Gleichgesinnten.

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Pralinen oder Getränke mit Schlafmittel vergiftet

Im Laufe des Prozesses vor dem Landgericht legte der nun schuldig gesprochene Mann teilweise ein Geständnis ab. (Symbolbild)  © Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa

Die Serie hatte dem Urteil zufolge Anfang 2021 begonnen. Zunächst vergewaltigte der heute 44-Jährige Frauen aus seinem Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreis, die ihm vertrauten. Dazu versah er etwa Pralinen oder Getränke mit Schlafmittel.

Als die Frauen bewusstlos waren, versetzte er sie mit weiteren Mitteln in eine teils tiefe Narkose. Zwei der betäubten Frauen konnten sich nicht mehr an die Taten erinnern und erfuhren erst durch die Ermittlungen des hessischen Landeskriminalamts, was ihnen angetan worden war.

Zudem nahm der Vergewaltiger Kontakt zu ihm unbekannten Frauen auf, die Wohnungen oder Zimmer vermieteten. Er überwältigte und betäubte sie, indem er ein mit einem Narkosemittel getränktes Tuch in ihr Gesicht hielt. So ging er auch bei seinem letzten Opfer vor, einer jungen Wissenschaftlerin aus Mannheim, die ihre Wohnung untervermieten wollte.

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Zwölf Stunden war sie an dem Tattag, dem 31. August 2024, bewusstlos. Als sie wieder zu sich kam, rief sie die Polizei. Knapp drei Monate später wurde der Täter festgenommen.

Kinderpornografie bei dem Täter entdeckt

Die Empathielosigkeit des Mannes sei erschreckend, sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Kaum zu ertragen seien ebenfalls die bei ihm auch gefundenen kinderpornografischen Dateien, auf denen die Folter von Kleinkindern zu sehen sei.

Mit dem Urteil blieb das Landgericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die auf eine Haftstrafe von 15 Jahren, die Feststellung der besonderen Schuld und Sicherungsverwahrung plädiert hatte.

Die Rechtsanwälte des teilweise geständigen, nicht vorbestraften Mannes hatten keinen Antrag gestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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