Er soll Zehnjährigen missbraucht haben: Ehemaliger Star-Fotograf muss in Haft
Von Bernhard Krebs
Köln - Ein ehemals international anerkannter Kinderfotograf ist am Kölner Landgericht am Dienstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der heute 57-Jährige 2002 einen damals zehnjährigen Jungen während einer Reise zu einem Shooting auf Sardinien missbraucht hatte.
In zwei weiteren Fällen zulasten ehemaliger Fotomodels wurde der Angeklagte hingegen freigesprochen.
Das Gericht bescheinigte dem Mann eine über drei Jahrzehnte ausgelebte pädosexuelle Neigung. Er habe seine herausragende berufliche Stellung genutzt, um Opfer zu akquirieren, was den Taten einen ausbeuterischen Charakter gebe.
Das Gericht legte dem 57-Jährigen eine Therapie nahe und warnte: Bei Rückfälligkeit müsse er mit Sicherungsverwahrung rechnen.
Fotograf verbüßt Haftstrafe bereits seit August 2025
Die Neuverhandlung war nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs nötig geworden, der frühere Freisprüche wegen Fehlern in der Beweiswürdigung aufgehoben hatte. Andere Schuldsprüche gegen den Mann sind bereits rechtskräftig.
Der 57-Jährige verbüßt seine Haft bereits seit August vergangenen Jahres in einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. In die nun verhängte Gesamtfreiheitsstrafe floss eine Strafe von vier Jahren und zehn Monaten Haft aus dem Jahr 2022 mit ein.
Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa, Martin Schutt/dpa
