Korruption bei der Polizei: Im März startet "Fahrradgate"-Prozess

Leipzig - Im Korruptionsskandal um gestohlene Fahrräder bei der Polizei steht der erste und offenbar auch einzige Prozess am Landgericht bevor.

Ein Polizist registriert sichergestellte Fahrräder. Am 19. März beginnt der Prozess gegen die mutmaßliche Hauptverantwortliche der illegalen Fahrrad-Verschiebung bei der Polizei.
Ein Polizist registriert sichergestellte Fahrräder. Am 19. März beginnt der Prozess gegen die mutmaßliche Hauptverantwortliche der illegalen Fahrrad-Verschiebung bei der Polizei.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Wie ein Gerichtssprecher TAG24 auf Anfrage mitteilte, plant die Strafkammer den Prozessbeginn gegen die mutmaßliche Organisatorin des als "Fahrradgate" bekannt gewordenen illegalen Handels mit sichergestellten Fahrrädern für den 19. März.

Angeklagt ist die suspendierte Polizeihauptmeisterin Anke S. (47), die bis November 2018 Asservatenverantwortliche in der Zentrale Bearbeitung Fahrradkriminalität2 (ZentraB) war.

Ihr wirft Sachsens Generalstaatsanwaltschaft Bestechlichkeit in Tateinheit mit Diebstahl und Verwahrungsbruch in 96 Fällen vor, davon in 39 Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung sowie Diebstahl in Tateinheit mit Verwahrungsbruch in 59 Fällen, davon in sieben Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung.

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Insgesamt 265 sichergestellte Fahrräder sollen den Ermittlungen zufolge bei der ZentraB strafrechtlich relevant den Besitzer gewechselt haben.

Die Verfahren gegen die 189 ermittelten Erwerber - allesamt Polizisten, Angestellte von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie deren Verwandtschaft - wurden fast gänzlich eingestellt.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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