Vergewaltiger vom Leipziger Gesundheitsamt dauerhaft in Psychiatrie eingewiesen

Leipzig - Er hat eine Frau anderthalb Stunden lang brutal vergewaltigt, trägt dafür aber nicht die Schuld: Der seit Montag vor dem Landgericht stehende Sexualstraftäter Alex E. (27) ist am Donnerstag von der 8. Strafkammer für unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Mit Kapuze ins Gesicht gezogen, sitzt er neben seinem Anwalt Alexander Krell: Alex E. (27) wurde für schuldunfähig befunden und muss dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie.
Mit Kapuze ins Gesicht gezogen, sitzt er neben seinem Anwalt Alexander Krell: Alex E. (27) wurde für schuldunfähig befunden und muss dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie.  © Ralf Seegers

In Auswertung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens kamen die Richter zu dem Schluss, dass der Beschuldigte aufgrund einer seelischen Erkrankung schuldunfähig ist und folglich nicht bestraft werden kann.

Ein Psychiater hatte Alex E., der nach eigenen Angaben bei seinem Handeln inneren Stimmen folgt, eine paranoide Schizophrenie attestiert.

So lange er für die Allgemeinheit eine Gefahr darstelle, werde er in der Psychiatrie untergebracht, erklärte das Gericht. Ob er überhaupt noch einmal in Freiheit leben könne, sei daher unklar.

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Der Sexualverbrecher hatte am 10. Dezember vergangenen Jahres eine 35-Jährige am Sitz des Leipziger Gesundheitsamtes überfallen, in einen leerstehenden Raum gezerrt und dort mehrfach vergewaltigt.

Das Martyrium, bei dem der Psychopath sein Opfer auch würgte, dauerte den Ermittlungen zufolge anderthalb Stunden.

Im Haus Nummer 18, dem Sitz des Leipziger Gesundheitsamtes, schlug der Vergewaltiger am 10. Dezember 2024 zu.
Im Haus Nummer 18, dem Sitz des Leipziger Gesundheitsamtes, schlug der Vergewaltiger am 10. Dezember 2024 zu.  © Ralf Seegers

Am Tag darauf zerrte er eine Studentin in die Fahrradgarage der Universität am Augustusplatz und wollte auch sie vergewaltigen. Da ihr Kommilitonen zu Hilfe eilten, blieb es beim Versuch.

Der Prozess gegen Alex E. hatte auf dessen Antrag hin komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Titelfoto: Ralf Seegers

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