Von Frank Christiansen, Martin Höke
Düsseldorf - Der Prozess um den Mordanschlag auf den Neffen (40) eines berüchtigten Drogenbosses in Düsseldorf wird in knapp drei Wochen unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen starten.
Die zuständige Strafkammer des Landgerichts werde für das Verfahren in den Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts ziehen, sagte eine Gerichtssprecherin. Ab 7. September wird dort gegen drei Angeklagte verhandelt.
Zwei von ihnen wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vor, dem dritten Beihilfe dazu. Die Anklage wurde Anfang Juni erhoben.
Ihr zufolge hatten ein 39-jähriger Syrer und ein 22-jähriger Türke am 30. Dezember 2025 in Düsseldorf nachmittags auf einer Hauptverkehrsstraße zehn Schüsse auf einen Taxi-Fahrgast abgefeuert.
Das 40-jährige Opfer war von sieben Kugeln getroffen worden, überlebte aber dank Notoperation.
Der 39-Jährige war im niedersächsischen Hameln von Spezialkräften festgenommen worden, der 22-jährige mutmaßliche Schütze in Gelsenkirchen. In seiner Wohnung waren ein Sturmgewehr und eine weitere Schusswaffe sichergestellt worden.
Opfer nahm vor der Tat an Kundgebung teil
Das Opfer hatte vor der Tat an einer Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf teilgenommen, bei der die Freilassung seines Onkels gefordert worden war. Der bekannte Drogenboss, der in den Niederlanden seit vielen Jahren im Gefängnis sitzt, wird auch als "Pablo Escobar Europas" bezeichnet.
Sein Neffe soll nach der Kundgebung in einem Taxi auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof gewesen sein, als vor ihm zwei Männer aus einem Wagen sprangen und auf ihn schossen. Ob es sich bei den Verdächtigen um Auftragskiller handeln könnte oder um Mitglieder einer konkurrierenden Drogenbande, dazu schweigen die Ermittler.
Nach einem vierten Verdächtigen wird noch gefahndet.