Mord statt Totschlag! Höchststrafe für Feldweg-Killer

Halle (Saale)/Landsberg - Gegen einen 38-Jährigen, der am 31. Oktober 2023 den neuen Partner seiner Ex-Frau im Landsberger Ortsteil Sietzsch erschlagen haben soll, ist am Donnerstag das Urteil verkündet worden. Statt eines Totschlags ging die Kammer nun sogar von Mord aus!

Ein Kreuz am Tatort erinnert an den Mord an Tino E. (†49).
Ein Kreuz am Tatort erinnert an den Mord an Tino E. (†49).  © gofundme.com/f/hilfe-fur-anne-nach-dem-mord-an-ihrem-partner

Nachdem die Staatsanwaltschaft zunächst eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen Totschlags gefordert hatte, sah die Kammer das Mord-Merkmal der Heimtücke als erwiesen an und verurteilte den 38-Jährigen wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, wie die MZ berichtet.

Es war ein reiner Indizienprozess vor dem Landgericht in Halle. Denn weder gab es ein Geständnis des nun Verurteilten, noch wurde die Tatwaffe gefunden.

Eine Reihe von Indizien ließen bei der Kammer aber keine Zweifel aufkommen, dass die für den Tod von Tino E. verantwortliche Person auf der Anklagebank sitzt.

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Unter anderem hatte sich der 38-Jährige dem Bericht zufolge über das Wetter am Tattag am Tatort erkundigt, im Internet recherchiert, ob man DNA-Spuren im Gras nachweisen kann und bei ihm wurde auch die neongelbe Kleidung gefunden, die eine Person auf Aufnahmen einer Überwachungskamera auf dem Weg per Fahrrad nach Sietzsch trug.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Auf der Seite gofundme.com sammelt eine Freundin der Hinterbliebenen Geld, um die finanziellen Sorgen zu mindern.

Titelfoto: gofundme.com/f/hilfe-fur-anne-nach-dem-mord-an-ihrem-partner

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