Fleppen für immer weg? So knapp stand Raser-Minister Clemens vorm endgültigen Entzug

Weißwasser - Wieso legte es der Kultusminister auf einen Gerichtsprozess an? Hätte Conrad Clemens (43, CDU) die 560 Euro Bußgeld und zwei Monate Fahrverbot akzeptiert, wäre die Sache weder in der Öffentlichkeit noch vor Gericht gelandet. So muss er sich plötzlich wegen verbotenen Kraftfahrzeugrennens und Kennzeichenmissbrauchs einem Strafverfahren stellen. Seine Raser-Historie zeigt, dass ihm der endgültige Verlust der Fahrerlaubnis drohte.

Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) muss sich derzeit einem Strafprozess stellen.  © Picxell

2020 war das Maß voll: Weil der CDU-Politiker mehr als acht Punkte in Flensburg gesammelt hatte, musste er seinen Führerschein für über ein Jahr abgeben. 2021 bekam er einen neuen.

Immerhin zwei Jahre ging das gut, dann blitzte es am 19. August 2023 in Krauschwitz: Clemens war mit 56 statt erlaubter 30 km/h unterwegs, zahlte 180 Euro und kassierte einen Punkt in Flensburg.

Schon am 22. September 2023 raste er in den nächsten Blitzer in Kodersdorf, hatte 23 Stundenkilometer zu viel in der 50er-Zone, kassierte seinen zweiten Punkt.

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Sechs Tage später bescherte ihm wieder der Krauschwitzer Blitzer das Bild mit 81 km/h, das ihn nun auf die Anklagebank brachte.

Dieses hätte ihm weitere zwei Punkte gebracht. Auch der Führerschein wäre für zwei Monate weg gewesen.

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Mittlerweile wurde in Krauschwitz ein moderner Blitzer an anderer Stelle aufgestellt.  © picture alliance/dpa

Sachsens Kultusminister ist immer und immer wieder geblitzt worden

Richter Alex Theile (45) machte über einen rechtlichen Hinweis aus dem Ordnungswidrigkeits- ein Strafverfahren.  © Picxell

Doch Clemens legte Widerspruch ein und gab weiter Gas: Am 31. März 2024 wurde er auf der A13 mit Tempo 123 statt erlaubten 100 erwischt. Wieder gab es einen Punkt und 140 Euro Bußgeld.

Am 1. Juni 2024 fuhr er auf der A13 bei Ortrand sogar 40 Stundenkilometer zu viel, wieder gab es einen Punkt und 240 Euro. Diesmal war auch der Führerschein für einen Monat weg.

Das Gleiche war ihm bereits am 30. April 2024 auf der A15 passiert. Mit 27 km/h zu viel gab es ebenfalls einen Punkt und einen Monat Fahrverbot, dazu 240 Euro Bußgeld.

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Am 20. Juni 2025 fuhr er in Zoblitz Tempo 92 statt erlaubter 70. Damit war Punkt Nummer 6 erreicht. Das fiel auch der Führerscheinstelle in Dresden auf: Diese schickte dem Politiker ein Schreiben, dass bald wieder die acht Punkte erreicht sind.

Diesmal hätte sogar der endgültige Entzug der Fahrerlaubnis gedroht.

Gutachter Randy Stiegler (35) stellte im Februar die Raserei für das Gericht nach.  © Thomas Schulz

Conrad Clemens steht aktuell wieder bei fünf Punkten in Flensburg

Noch immer hätte Clemens da seinen Einspruch zurücknehmen können, hätte dann aber auf jeden Fall wieder acht Punkte erreicht. Zumindest droht ihm das jetzt nicht mehr: Vergangenes Wochenende verfiel der Punkt aus dem ersten Krauschwitz-Blitz. Damit ist der Politiker jetzt wieder bei fünf Punkten. Doch nun ist es eben auch ein Strafverfahren.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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